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Kritik: The Green Prince (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Basierend auf Mosab Hassan Yousefs autobiografischem Buch "Sohn der Hamas. Mein Leben als Terrorist" rekonstruiert der israelische Filmemacher Nadav Schirman die ungewöhnlichen Ereignisse um den jungen Palästinenser, der zu einem der wichtigsten Agenten des israelischen Geheimdienstes werden sollte. Dabei verlässt sich der Dokumentarfilm vor allem auf seine beiden Protagonisten, Mosab Hassan Yousef und seinen israelischen Kontaktagenten Gonen Ben Yitzhak. Die Männer erzählen in Talking-Head-Passagen ausführlich von ihrer gemeinsamen Arbeit für den Schin Bet sowie von ihrer Beziehung zueinander. Dabei erweisen sich beide als durchaus charismatische Erzähler und ihre gemeinsame Geschichte als ein packender Stoff.

Ergänzt werden die zahlreichen Interviewsequenzen durch Archivmaterial und rekonstruierte Szenen. Diese illustrieren die Worte der Protagonisten im Stile eines typischen Thrillers, der von einem düster dröhnenden Soundtrack begleitet wird. So wird zwar einerseits die Monotonie der Talking-Head-Passagen unterbrochen, zugleich aber wird die außergewöhnliche Lebensgeschichte Mosabs auf eine konventionelle Kinoerfahrung heruntergebrochen. Der komplexe Nahostkonflikt gerät so mehr und mehr zum Hintergrund für eine recht flache Story um zwei strahlende Helden, voller Nervenkitzel und mitsamt einer lehrreichen Moral am Ende.

Ein investigativer Zugang, der kritisch nachfragt und die Figuren nicht bloß aus bewundernder Distanz betrachtet, hätte "The Green Prince" vermutlich ebenso gutgetan wie eine Dramaturgie, die sich nicht so eng am Hollywoodkino orientiert. Trotz der nicht immer überzeugenden filmischen Umsetzung ist "The Green Prince" sehenswert und eine Alternative für alle, die Mosab Hassan Yousefs Buch noch nicht gelesen haben.

Fazit: Beim Versuch die ungewöhnliche und durchaus packende Geschichte eines palästinensischen Doppelagenten auf die Kinoleinwand zu bringen, greift der Regisseur Nadav Schriman zu fragwürdigen Mitteln. Trotz der Inszenierung im Stile eines klischeehaften Thrillers und der flachen Dramaturgie erweist sich "The Green Prince" dank seiner charismatischen Protagonisten als sehenswert.




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