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Kritik: Buddy (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit seinem leicht verdaulichen neuen Film "Buddy", für den Bully auch das Drehbuch beisteuerte und als Produzent fungierte, zielt der Münchener nach seinen ernsten Rollen in "Hotel Lux" (2011) und "Zettl" (2012) wieder auf das große Publikum. Zwar konnte Herbig in diesen Filmen schauspielerisch voll überzeugen, an der Kasse erwiesen sich die beiden anspruchsvollen Werke jedoch als Flop. "Buddy" ist zudem Bullys erste Regie-Arbeit seit dem Kinderabenteuer "Wickie und die starken Männer" von 2009. Leider ist der Film jedoch kein zweiter "Schuh des Manitu": Die Handvoll wirklich guter Gags und die starken Darsteller haben gegen die abgenutzte Story des Films keine Chance, der am Ende nur einen unausgewogenen Mix unterschiedlicher Genres darstellt.

In seiner Romantik-Komödie "Buddy" versucht Michael "Bully" Herbig als trotteliger Schutzengel, aus einem egoistischen Hallodri einen mitfühlenden Gut-Menschen mit Gewissen und guten Manieren zu machen. Nach den anspruchsvollen Rollen der vergangenen Jahre setzt Bully hier wieder auf die Massentauglichkeit und den hohen Slapstick-Anteil früherer Filme wie "Der Schuh des Manitu" und "(T)Raumschiff Surprise". Nur selten hat "Buddy" jedoch die ganz großen Lacher auf seiner Seite, zu viele Gags wollen einfach nicht zünden. Wirklich witzige Momente, etwa wenn Buddy als Karel-Gott-Verschnitt versucht, Eddie den letzten Nerv zu rauben, bleiben die Ausnahme. Dies mag auch daran liegen, dass "Buddy" eine Story erzählt, die nun nicht gerade neu ist und schon weitaus gelungener umgesetzt wurde (siehe z.B. "Mein Freund Harvey" mit James Stewart).

Dazu garniert Bully seinen Film mit reichlich Action (eine rasant gefilmte Verfolgungsjagd durch Hamburg bildet hier den Höhepunkt), Fantasy sowie viel Gefühl und Herzschmerz. Letzteres erreicht er durch die etwas konstruiert wirkende Lovestory zwischen Eddie und Lisa. Bully klappert also unzählige Genres ab, verliert sich in dem Wust aus Komödie, Drama, Action und Buddy-Movie jedoch völlig. Positiv: Der blendend aufgelegte Cast. Mit viel Charme und Esprit gibt Alexander Fehling den naiven, reichen Lebemann, während die verspielt auftretende Mina Tander als bodenständige, alleinerziehende Mutter die Sympathien der Zuschauer auf ihrer Seite hat. In kurzen Cameo-Auftritten geben sich zudem Rick Kavanian, Olli Dittrich und Sky du Mont die Ehre.

Fazit: Ein großer Wurf gelingt Bully mit seiner ersten Regie-Arbeit seit 2009 nicht: "Buddy" bietet einige gelungene Gags und starke Darsteller, enttäuscht am Ende aber durch seine unausgewogene Genre-Mixtur und einer abgenutzten, zu oft gesehenen Grundidee.





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