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Alle Jahre Wieder - Weihnachten mit den Coopers
Alle Jahre Wieder - Weihnachten mit den Coopers
© Studiocanal

Kritik: Alle Jahre Wieder - Weihnachten mit den Coopers (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Zur Einstimmung auf das Fest der Liebe eignet sich dieser Film der Regisseurin Jessie Nelson ("Ich bin Sam") nur bedingt. Zwar ist er als Wohlfühlkomödie beabsichtigt, arbeitet sich aber recht zäh am Gegensatz von Weihnachtsidylle und der Angst vor der familiären Umarmung ab. Seine episodische Struktur und die namhafte Besetzung halten Reize bereit, die leider mit zunehmender Dauer vom Mangel an Spannung ausgebremst werden. Die Veranstaltung am Ende des langen Tages zielt auf Rührung ab, beweist aber unbeabsichtigt, dass es von der alljährlichen Christbaum-Seligkeit zum nervenzehrenden Kitsch tatsächlich nur ein kleiner Schritt ist.

Der größte Teil der Handlung spielt sich vor dem Beginn des Fests ab, das alle Protagonisten zusammenführt. In kurzen Sequenzen pendelt die Geschichte zwischen parallelen Strängen hin und her und bleibt dabei lange interessant. Die Ehekrise von Charlotte und Sam, der Flughafenflirt von Eleanor und Joe und weitere Einzelgeschichten scheinen jeweils Stoff für einen eigenen Film bieten zu können. Ein starkes, wenn auch nur kurzes Kontrastprogramm zur Fest-Agenda entfaltet Hanks dramatischer Bewerbungstermin. Ebenfalls spannend, aber lustiger entwickelt sich die inspirierte Mini-Psychoanalyse, welche die Ladendiebin Emma im Auto auf dem Weg zum Polizeirevier mit Officer Williams (Anthony Mackie) veranstaltet. Zwischen solchen Handlungssträngen liegen aber auch langweilige oder unergiebige Szenen, die sich mit der Zeit unvorteilhaft häufen. Wenn zum Beispiel Charlotte und Sam in Tante Fishys Altenheim Lieder zum Besten geben, wähnt man sich schnell im falschen Film. Unnötig erscheinen auch die gelegentlichen Rückblenden auf frühere Feste oder der Gag mit dem geheimnisvollen Off-Erzähler.

Die episodische Struktur birgt den Nachteil, dass jede einzelne Geschichte, kaum dass sie umrissen ist, recht zügig in eine Auflösung münden muss. Wobei etwas Ähnliches ja sowieso an Heiligabend passiert, wenn er gut verläuft: Zunächst ist jeder mit seinen individuellen Ängsten und Problemen beschäftigt, später aber bricht sich doch noch das belohnende Gemeinschaftserlebnis Bahn. Das ist bei den Coopers nicht viel anders. Allerdings ziehen sie irgendwann in den Wartesaal eines Krankenhauses um, wie das die Verwandten eines Patienten in amerikanischen Filmen gerne tun, um Nähe zu demonstrieren. So viel Schmalz aber wäre hier zumindest aus Zuschauersicht nicht nötig gewesen.

Fazit: Der Film über eine lose verbundene Familie, die mit gemischten Gefühlen in den Heiligabend startet, schürt mit seiner namhaften Besetzung und der episodischen Struktur die Neugier. Zwischen reizvolle Handlungsstränge drängt sich jedoch viel Leerlauf. Das Vergnügen erweist sich auch als unsicher, wenn die lange infrage gestellte Weihnachtsstimmung schließlich geballt heraufbeschworen wird.






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