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Die Schadenfreundinnen
Die Schadenfreundinnen
© 20th Century Fox

Kritik: Die Schadenfreundinnen (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In dieser Komödie von Regisseur Nick Cassavetes wird ein schnöder Ehebruch zum Ausgangspunkt einer ungewöhnlichen Frauenfreundschaft. Warum, fragt Drehbuchautorin Melissa K. Stack, sollten eine Ehefrau und die Geliebte ihres Mannes automatisch Feindinnen sein müssen? Schließlich wurden Kate und Carly beide hinters Licht geführt. Kate erkennt rasch, dass Marks Geliebte nicht die gewissenlose Schlampe ist, für die sie sie zunächst hielt. Indem sich die beiden anfreunden, überwinden sie ihren Kummer gemeinsam und die Hausfrau Kate bekommt neues Selbstvertrauen. Aber die Geschichte wirkt insgesamt nicht aus einem Guss. Dafür ist sie lange Zeit zu unschlüssig, ob die Freundinnen auf Rache sinnen, oder sich lieber mit lohnenderen Objekten als mit Mark beschäftigen sollen.

Das vitale Herz der Komödie ist das Freundinnen-Duo Carly und Kate, aus dem später mit Amber ein Trio wird. Die Charaktere sind so grundverschieden, dass sich ständig lustige Reibungen ergeben. Der kühlen, souveränen Anwältin Carly ist die überspannte Nervensäge Kate anfangs nur peinlich. Cameron Diaz punktet einmal mehr mit ihrer starken, diesmal aber auch sehr lässigen Leinwandpräsenz. Leslie Mann hingegen dreht richtig schrill auf: Sie spielt Kate oft bewusst karikierend, aber gerade dadurch fliegen dieser Figur die Sympathien zu. Denn Kate ist nicht nur kindisch, sondern mit ihrem Übermaß an Emotionen auch charmant. Sie bildet den eigentlichen Mittelpunkt der Komödie. Als Dritte im Bunde stellt Amber, gespielt vom Supermodel Kate Upton, eine interessante Variante der blonden Sexbombe dar: Weil sie eine so herzensgute Teamplayerin ist, erscheint auch ihre dem Klischee geschuldete Einfalt nicht nachteilig, sondern vielmehr entwaffnend.

Den oft spritzigen, vom Kontrast der Anschauungen profitierenden Dialogen der Freundinnen stehen weniger gelungene Slapstickeinlagen und Ekelwitze gegenüber. Vor allem aber schmälern die Durchhänger des Drehbuchs den Filmgenuss, das Timing stimmt oft nicht. Erst sehr spät beginnen die Frauen, Mark mit kleinen Streichen das Leben schwer zu machen: Aber weil diese Aktionen so hilflos und albern sind – Abführmittel und andere Beigaben in seine Drinks – fügen sie sich an dieser Stelle nicht vorteilhaft in den Spannungsbogen. Die Rache, die Mark wirklich verdient, folgt erst ganz am Schluss, und wirkt dann ebenfalls wie angeklebt. Insgesamt fährt der Film einen zu gefälligen, harmlosen Kurs, anstatt den Sprung zu einer wirklich frechen Frauenkomödie zu wagen.

Fazit: Weil sie vom selben Mann betrogen werden, schließen drei Frauen Freundschaft: Leslie Mann, Cameron Diaz und Kate Upton sorgen zwar als konträre Charaktere für Komik und Spaß, aber die Geschichte wirkt unschlüssig und ist nicht bissig genug, um wirklich zu zünden.




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