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Die Nordsee - Unser Meer
Die Nordsee - Unser Meer
© 2013 polyband Medien GmbH

Kritik: Die Nordsee - Unser Meer (2012)


"Die Nordsee" ist der neueste Dokumentarfilm-Streich des renommierten Naturfilmers Jan Haft ("Wilde Türkei", "Mythos Wald") in Zusammenarbeit mit Doclights, der Naturfilmschmiede des Norddeutschen Rundfunks. Doclights realisierte bereits erfolgreiche Kino-Dokus wie "Serengeti" (2011) und "Das grüne Wunder – Unser Wald" (2012) und widmet in "Die Nordsee" nun dem größten Meer vor Deutschlands Haustür einen weiteren abendfüllenden Kinofilm. In den vergangen Jahren erfuhr die Nordsee schon größtmögliche filmische Aufmerksamkeit, z.B. durch die zehnteilige arte-Reihe "Deutschlands Küsten" (2010) oder die Leinwandproduktion "Die Nordsee von oben" aus dem Jahr 2011. Beide Produktionen präsentierten das Schelfmeer am Rand des Atlantischen Ozeans bereits ausgiebig in farbenprächtigen, leuchtenden Bildern, eingefangen von den damals modernsten Techniken und Kamerasystemen. Ein Schwerpunkt dieser Dokumentationen lag auf spektakulären Luftaufnahmen von den prachtvollen Küsten und Landstrichen der Nordsee.

Auch "Die Nordsee – Unser Meer" bietet dem interessierten Zuschauer nun ebensolche außergewöhnliche Luftaufnahmen, jedoch noch um imposante Land- und Unterwasser-Bilder ergänzt, welche die ganze Pracht von Flora und Fauna der Nordsee verdeutlichen. Diese, mit hochauflösenden HD-Kamerasystemen eingefangenen visuellen Eindrücke von der vielfältigen Welt zu Land und Unterwasser, machen "Die Nordsee" auch für diejenigen Zuschauer interessant, die mit den bereits erwähnten Dokus und deren Luftbildern schon vertraut sind. "Die Nordsee" ist in allen Sphären unterwegs, in der Luft, zu Land und unter Wasser und gefällt durch seine einfallsreiche Kameraarbeit und die sorgfältig durchkomponierten Bilder der berauschenden Natur-Kulisse. Einzig der trockene, mitunter arg schroffe Off-Kommentar von Tatort-Kommissar und Schauspieler Axel Prahl ist ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Die Zahlen beeindrucken: Zwei Jahre lang waren einige der renommiertesten Kamera-Leute und Naturfilmer der Welt 2000 Drehtage lang an mehr als 60 Drehorten entlang der Küsten der Nordsee unterwegs, um die Schönheit dieses Naturkosmos einzufangen. Und ohne Frage gelangen eindrucksvolle Natur- und Tieraufnahmen: "Die Nordsee" zeigt bekannte und beliebte Vertreter der Tierwelt wie Tintenfische, drollige Kegelrobben und majestätische Schwertwale ebenso wie seltene und schwer auffindbare Tiere wie den Grönlandhai, Eishai oder Schweinswale. Die Aufnahmen führten die Filmteams einmal entlang der endlosen Küsten der Nordsee, von den Fjorden Norwegens, zur Holländischen Osterschelde, über die Deutsche Nordsee bis hinein ins Wattenmeer. Einen Mangel an Ausführlichkeit und Einsatz für den Film kann man den beteiligten Filmemachern und Technikern jedenfalls nicht vorwerfen – bis auf die Tatsache, dass die völlige Abwesenheit der menschlichen Bewohner ein wenig seltsam ist, handelt es sich bei den Menschen schließlich auch um den größten Feind der Nordsee, siehe Artensterben und Umweltverschmutzung.

"Die Nordsee" ist eine bildgewaltige, visuell starke Dokumentation geworden – wäre da nicht der gewöhnungsbedürftige Off-Kommentar von Tatort-Kommissar Axel Prahl, dessen norddeutscher, trockener Humor sicher nicht jedermanns Sache ist und das ein oder andere mal ärgerlich aufstößt. Daneben sind die von Prahl eingestreuten Kommentare zumeist nur wenig informativ und ziemlich banal ("Norwegen muss man mal gesehen haben: gigantisch"). Da wundert es kaum, dass der Kommentar im offiziellen Trailer zum Film nicht zu hören ist und durch ein pathetisches Instrumental ersetzt wurde.

Fazit: Abgesehen vom wenig witzigen, nervigen Off-Kommentar von Schauspieler Axel Prahl, ist "Die Nordsee" eine visuell bestechende, mit wahrhaft berauschenden Naturbildern ausgestatte Doku.




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