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Walking on Sunshine
Walking on Sunshine
© Universum Film © SquareOne

Kritik: Walking on Sunshine (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Attraktive junge Menschen, traumhafte Strandkulissen und ein mitreißender Soundtrack: Das Regie-Duo um Dania Pasquini und Max Giwa bewies bereits bei den ersten beiden "Street Dance"-Filmen sein Gespür für die zielgruppengerechte Aufbereitung körperbetonter, poppig-bunter Tanzfilme. Dieses Händchen beweisen sie auch mit ihrem neuesten Werk, der Feelgood-Romanze "Walking on sunshine", in der sich Pasquini und Giwa der Kunstform des Musicals zuwenden und die Popmusik der 80er in den Mittelpunkt rücken. "Walking on sunshine" verfügt dabei über einfach gezeichnete, am Reißbrett entworfene Charaktere, eine vorhersehbare, klischeeüberfrachtete Story und ist in seiner Betonung von äußerlicher und körperlicher Attraktivität heillos oberflächlich. Dass der Film dennoch über weite Strecken der Laufzeit großen Spaß bereitet, liegt vor allem an den stark choreografierten Musical-Einlagen und der großen Anzahl an unvergänglichen, allseits bekannten 80er-Jahre-Klassikern.

Wer auf weitestgehend sinnfreie, fetzig dargebotene gute Laune und auf Filme steht, die gehörig Urlaubs- und Strand-Feeling versprühen, kommt bei "Walking on sunshine" auf jeden Fall auf seine Kosten. Der Film quillt vor braungebrannten, halbnackten männlichen und weiblichen Körpern fast über und zeigt die ganze Pracht der südost-italienischen Riviera von Apulien. Hier und da kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, es handle sich um einen Werbefilm für diese beliebte italienische Urlaubsregion am "Absatz" des italienischen "Stiefels". Bilder von romantischen Sonnenuntergängen wechseln sich ab mit langen Einstellungen endloser, weißer Traumstrände und von türkisfarbenem Meer. Dazwischen sieht man allerlei attraktive, fröhlich trällernde Darsteller und Statisten, u. a. Giulio Berruti, der im Moment – womit mit im Trailer sogar geworben wird - als einer der schönsten Männer der Welt gilt oder Hannah Arterton, der Schwester von Bond-Girl Gemma Arterton. Die Story ist einfach gestrickt und vorhersehbar, die Figuren könnten eindimensionaler und austauschbarer nicht sein.

Die große Stärke des Films ist die dargebotene Bandbreite einer ganzen Fülle an Pop-Klassikern der 80er-Jahre, die energiegeladen und stark choreografiert vorgetragen werden. Für die Choreographie waren mit John ‘Cha Cha’ O’Connell ("Moulin Rouge ") und Bühnenspezialist Liam Stee zwei Profis am Werk, das merkt man den Tanzeinlagen an. Stärkste Szenen: die Ankunft von Maddie am Flughafen, bei der Madonnas Durchbruchs-Hit "Holiday" einen ganzen Flughafen außer Kontrolle geraten lässt und das Personal sowie die Reisenden zum Tanzen animiert sowie die aufwendige Choreographie zu Cindy Laupers Mega-Hit "Girls just wanna have fun" im Rahmen des Junggesellinnen-Abschieds am Abend vor der großen Hochzeit. Darüber hinaus begegnet man vielen weiteren großen Künstlern aus dem schillernden Jahrzehnt, von Wham! ("Wake me up before you go-go"), Duran Duran ("Wild Boys") und Whitney Houston ("How will I know") bis hin zu Katrina and the waves, deren unverwüstlicher Titeltrack, "Walking on sunshine", übrigens von Gast-Star Leona Lewis dargeboten wird.


Fazit: Ein Film wie ein ausgedehnter Strand-Urlaub – schöne Menschen, überzeugende Tanzeinlagen und die Postkarten-Idylle der italienischen Riviera lassen die reduzierte Handlung und eindimensionalen Charaktere weitestgehend vergessen.




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