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Die Präsenz
Die Präsenz
© Drop-Out Cinema eG

Kritik: Die Präsenz (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Die Präsenz" ist der zweite Kinofilm des Deutschitalieners Daniele Greco. Der Kölner debütierte mit der Dokumentation über das Sterben der Wale "The Last Giants - Wenn das Meer stirbt" (2009). Nach dieser horriblen Thematik folgt mit "Die Präsenz" ein richtiger Horrorfilm. Der bereits seit einem Jahr über Facebook laufenden Selbstvermarktung des Films zufolge, handelt es sich bei "Die Präsenz" nicht nur um "einen", sondern gleich um "den deutschen Horrorfilm". Das ist selbstverständlich massiv übertrieben. Zugegeben: Viele deutsche Horrorfilme gab es die letzten Jahrzehnte wirklich nicht und noch weniger von ihnen waren wirklich gut. Doch es gibt sie: Von "Anatomie" (2000) über "Rammbock" (2010) bis zu "Hell" (2011) gab es doch eine ganze Reihe sehenswerter deutscher Horrorfilme. Außerdem startet in Kürze "German Angst", bei dem unter anderem Jörg Buttgereit - die deutsche Horrorfilm-Legende schlechthin - Regie führt.

Passender wäre ein Titel wie "Der deutsche Found-Footage-Film" oder "Die deutsche Antwort auf Blair Witch Project" gewesen, denn "Die Präsenz" steht sehr deutlich in der Tradition des Klassikers des Wackelbild-Films von 1999. Man muss sagen, dass Greco durchaus solide Arbeit leistet. Im Gegensatz zu dem aktuell vorherrschenden Trend es mit dem Kameragewackel und dem Einsatz möglichst wilder Bildstörungen mächtig zu übertreiben, setzt Greco auf eine zumeist eher ruhige - teilweise sogar statische - Kamera. Während der dokumentarische Duktus in vielen neueren Filmen des Genres wie beispielsweise "Katakomben" (2014) stark manieriert wirkt, gefällt an "Die Präsenz" dessen beachtliche Natürlichkeit und lange vorherrschende Unaufgeregtheit.

Zu diesem Eindruck trägt das entspannte Spiel der drei Hauptakteure bei. Allen voran gefällt Liv Lisa Fries ("Staudamm") als Markus ängstliche Freundin Rebecca. Allerdings kommt ihr großes Schauspieltalent in der Rolle der "Damsel in Distress" nicht wirklich zur Geltung. "Die Präsenz" glänzt nicht durch Originalität, sondern ist erneut ein Film, der im Ausland bereits hinlänglich erprobte Formeln für eine deutsche Produktion nutzbar macht. Aber immerhin macht der Film dies ziemlich gut. "Die Präsenz" muss sich nicht hinter Vorbildern wie "The Blair Witch Projekt" oder "Paranormal Activity" (2007) verstecken. Daniele Greco fügt dem Genre allerdings auch nichts Neues hinzu.

Fazit: "Die Präsenz" ist ein Film, den man sich als in Deutschland als Horrorfan durchaus gut ansehen kann, der jedoch auch keine weiteren Wellen schlagen wird.





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