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Die Legende vom Weihnachtsstern
Die Legende vom Weihnachtsstern
© polyband

Kritik: Die Legende vom Weihnachtsstern (2012)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit seiner originellen Mischung aus weihnachtlichen und Märchenmotiven stimmt dieser norwegische Kinderfilm wirkungsvoll auf die dunkle Jahreszeit und den Zauber des Heiligabends ein. Er basiert auf einem Theaterstück, das 1924 uraufgeführt wurde und schickt ein mutiges, selbstloses Mädchen auf eine gefahrvolle Reise. Regisseur Nils Gaup schafft mit ruhigen, spärlich ausgeschmückten Bildern eine entrückte Atmosphäre, die für die Wunder in dieser Geschichte empfänglich macht.

Vieles in diesem Film kommt einem aus der Märchenwelt irgendwie bekannt vor: böse Intrigen am Königshof, ein notleidendes Mädchen, das aber herzensgut ist, Zwerge als Helfer und himmlische Begleitung. Anderes, wie der Vorbereitungstrubel im Eispalast des Weihnachtsmanns am Nordpol, erinnert an amerikanische Filme zum Fest. Trotz so verschiedener Zutaten wirkt der Film aber keineswegs überladen, im Gegenteil, am prägnantesten sind die Bilder der dunklen, verschneiten Einsamkeit im Wald und auf den Bergen. Von Hektik ist auf Sonjas Trip zum Nordpol nichts zu spüren, so dass alle ihre Begegnungen einen eigenen Zauber entwickeln. Gerade weil im dämmerigen Wald nicht an jeder Ecke seltsame Dinge die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wirkt dann die winzige Gestalt, die aus einer hölzernen Vogelfalle um Hilfe ruft, so wundersam.

Die Darsteller, allen voran Vilde Marie Zeiner in der Hauptrolle, spielen zurückhaltend und auch ein wenig traumwandlerisch. Dabei aber wirken sie stets ungekünstelt. Gelegentlich gibt es etwas zum Schmunzeln, wie zu Hause beim gewitzten Waldwichtel Mose (Eilif Hellum Noraker) oder bei den gestressten Helfern des Weihnachtsmanns. Die visuellen Effekte wirken mal antiquiert, etwa in den Szenen mit dem sprechenden Bären, dann wieder aufregend kreativ. Einen Höhepunkt bildet das sich aus weißen Wolkenschleiern formende und wieder verformende Gesicht des Nordwinds. Sonjas Flugeinlage über Berge und Täler erinnert an Superman, ohne dass die Geschichte deswegen gleich eine reißerische Note bekommt. Die verschiedenen Fantasyideen und -effekte fügen sich zu einem geschmackvollen, geheimnisvollen Gesamteindruck. Die passende Einleitung liefern anfangs bunte Zeichnungen wie aus einem alten Buch, zu denen eine Stimme aus dem Off erzählt. Dieser Film bahnt sich einen ansprechenden stilistischen Weg abseits ausgetretener Pfade, um die Geschichte mit Spannung zu versorgen, die die Fantasie anregt.

Fazit: Der norwegische Kinderfilm verbindet Märchen– und Weihnachtsmotive zu einer spannenden Geschichte. Karge Hintergründe und eine ruhige Erzählweise schaffen eine eigentümlich entrückte Stimmung, in der sich der Zauber punktueller Effekte wirkungsvoll entfaltet.




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