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Lose Your Head
Lose Your Head
© Pro Fun Media

Kritik: Lose Your Head (2013)


Die Regisseure Stefan Westerwelle und Patrick Schuckmann nehmen in ihrem schwer durchschaubaren Szene-Film "Lose your head" den Zuschauer mit auf einen mysteriösen Trip durch die ausschweifende Party-Szene Berlins, die nie zum Schlafen, nie zur Ruhe kommt. Diesem rauschhaften Erlebnis setzen die Filmemacher einen unheimlichen Kriminalfall entgegen und bauen diese zweite Handlungsebene als Gegenpol zum exaltierten Party-Leben der jungen, attraktiven Protagonisten in den Film ein. So entsteht mit "Lose your head" ein visuell durchaus reizvoller Film mit guten Darstellern, der sich am Ende nicht so ganz entscheiden kann, ob er lieber Mystery-Krimi oder berauschender Party-Film sein will.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der junge Spanier Luis, der nach einer langen Beziehung zu seinem Freund seit kurzem wieder Single ist. Anstatt in Erinnerungen an die alte Liebe zu schwelgen und in Trauer zu versinken, entscheidet sich Luis für einen Solo-Trip nach Berlin, um sich dort ganz den Verlockungen des Single- und Party-Lebens hinzugeben. Schon kurz nach seiner Ankunft begibt sich Luis in die düstere, von unzähligen Paradiesvögeln durchzogene Club-Szene der Stadt. Wie ein einziger Rausch entfalten sich diese ersten exzessiven Stunden im Berliner-Nachtleben. Und der Zuschauer darf hautnah dabei sein, wenn sich Luis bunte Pillen einwirft, sich ganz den elektronischen Klängen der Techno-Tempel hingibt und mit einer charismatischen jungen Frau intim wird, die schon lange ein Auge auf ihn geworfen hat. Hier zählen keine eindeutigen sexuellen Präferenzen und Vorlieben, jeder darf mit jedem, alles ist erlaubt. In dieser trance-artigen Rauschstimmung trifft Luis auf den ominösen Viktor, von dem er von Beginn an angetan ist.

Nach einer kurzen (aber heftigen) Liebesnacht mit Viktor, verschwindet jener auch wieder so schnell aus Luis´ Leben, wie er in dieses eingetreten ist. Ab diesem Zeitpunkt nimmt der Film einen neuartigen Verlauf, er konzentriert sich von jetzt an fast nur noch auf einen neuen Handlungsstrang: auf das Verschwinden eines griechischen Studenten, der Luis zum Verwechseln ähnlich sieht. Hier löst die kriminalistische Geschichte das Touristen-Abenteuer des Luis aus der ersten Filmhälfte ab. Ein harter Cut. Auch für den Zuschauer. Und spätestens als Luis die Bekanntschaft mit der Schwester des Verschollenen macht, ist er Teil des Falls.

"Lose your head" kann sich an dieser Stelle leider nicht zwischen den Genres entscheiden. Doch einmal abgesehen von dieser Unentschlossen- und dramaturgischen Unsicherheit, verfügt "Lose your head" über alles, was einen gelungen Film auszeichnet: überzeugende, glaubwürdige Darsteller, wahrhaft "berauschende" Handlungsorte (die Party-Bilder des nächtlichen Berlin gleichen einem filmischen LSD-Trip) und eine ansprechende visuelle Umsetzung des Gezeigten.

Fazit: Ein Film zwischen Rausch und Realität – "Lose your head" ist ein mit trance-artigen Bildern des nächtlichen, Berliner Party-Treibens und glaubwürdigen Figuren ausgestatteter Genre-Hybrid, der sich schwer entscheiden kann, ob er lieber Mystery-Krimi oder berauschender Party-Film sein will.





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