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Annie (2014)

Moderne Filmversion der als Broadway-Musical berühmt gewordenen Geschichte eines Mädchens in New York, das sich nach eigenen Eltern sehnt. Das Pflegekind wird aus purem Kalkül von einem Bürgermeisterkandidaten aufgenommen, der es jedoch rasch ins Herz schließt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die zehnjährige Annie (Quvenzhané Wallis) lebt als Pflegekind mit vier anderen Mädchen bei der arbeitslosen Sängerin Miss Hannigan (Cameron Diaz). Jeden Freitagabend wartet Annie vor dem Restaurant in New York, das ihre Eltern besuchten, als sie sie vor Jahren aussetzten. Sie trägt den Brief in ihrer Tasche, in dem die Eltern ihre Rückkehr versprechen. Aber obwohl sie nicht kommen und ihre Pflegemutter garstig zu ihr und den anderen Mädchen ist, verliert Annie nie den Mut und die Hoffnung.
Auf der Straße stößt Annie mit dem Bürgermeisterkandidaten Will Stacks (Jamie Foxx) zusammen, der ein florierendes Handy-Unternehmen aufgebaut hat. Geistesgegenwärtig verhindert Will, dass ein Auto Annie überfährt, und wird dabei gefilmt. Sein Wahlkampfleiter Guy (Bobby Cannavale) erkennt sofort den Wert solcher Bilder und drängt Will dazu, Annie bis zur Wahl bei sich aufzunehmen. Annie ist einverstanden, und zieht ins luxuriöse, mit intelligenter Computertechnik ausgestattete Penthouse des Geschäftsmanns. Das fröhliche Mädchen erobert sofort das Herz von Grace (Rose Byrne), der Vize-Chefin von Wills Firma. Auch der kühle Will entwickelt Gefühle für das Mädchen, aber der skrupellose Guy und Miss Hannigan schmieden einen perfiden Plan, um selbst Kapital aus Annies Schicksal zu schlagen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die als Broadway-Musical bekannt gewordene Geschichte, die in den 1930er Jahren spielt und 1982 von John Huston verfilmt wurde, erstrahlt in dieser Komödie in völlig neuem Glanz. Regisseur und Drehbuchverfasser Will Gluck und seine Co-Autorin Aline Brosh McKenna versetzen die Abenteuer der armen, elternlosen Annie in die Gegenwart New Yorks. Hier führt der Handy-Tycoon Will Stacks seinen Bürgermeister-Wahlkampf mit viel Social-Media-Einsatz: Da macht es sich nicht gut, wenn im Internet zu sehen ist, wie er den Kartoffelbrei bei einer Obdachlosenspeisung ausspuckt. Aber wenn Will mit einem glücklich lächelnden Pflegekind posiert, dem er ein neues Zuhause bietet und sogar einen Hund schenkt, dann muss sich der Gegenkandidat ernsthafte Sorgen machen. Der frische Dialogwitz verteilt großzügig ironische Seitenhiebe auf Geschäftemacherei, Rührseligkeit und selbst hochaktuelle Themen wie Datenspeicherung in der Telekommunikation.
Bereits die erste Szene stellt klar, dass der Film mit den angestaubten Klischees der Annie-Geschichte bricht: In der Schule beendet ein Mädchen mit diesem Namen, das rote Locken hat, sein Referat mit ein paar Tanzbewegungen. Das Publikum ist sich sicher, die richtige Annie vor sich zu haben, aber dann wird ein schwarzes Mädchen mit dem gleichen Namen aufgerufen. Sie trägt ihr Referat als drahtige Stegreif-Performance vor, in die sie die ganze Klasse einbezieht. Diese Annie würde sich in jedem Werbespot, der mit Hip-Hop-Elementen spielt, gut machen. Die quicklebendige Quvenzhané Wallis ("Beasts of the Southern Wild") bewegt sich in der großen Stadt wie ein Fisch im Wasser und selbst wenn sie einmal weint, sieht das eher wütend aus, als hilflos. Frischer Pep durchzieht auch die eher sparsam-dezenten Choreografien zu den neu arrangierten Musical-Liedern, die von drei weiteren Kompositionen ergänzt werden. Die Menschen lieben es, weiß eine selbstironische Dialogzeile, "wenn ohne Grund ein Lied geschmettert wird".
Zunächst führt Quvenzhané Wallis durch die Geschichte wie durch ein Pop-Video, vor lauter Unbekümmertheit schon etwas abgehoben. Aber bald greift ihr natürlicher Charme, in Kombination mit den pfiffigen Dialogen und vor allem mit ihrem Filmpartner Jamie Foxx. Dieser meistert die Verwandlung vom emotionsarmen Unternehmer zum kinderlieben Ersatzvater höchst sympathisch. Die beiden Darsteller bilden ein hervorragendes Gespann. Für kernigen Humor sorgt Cameron Diaz als Miss Hannigan, eine wahrlich verkrachte Existenz. Sie verkörpert lustvoll sämtliche Klischees der Sozialschmarotzerin. Den Eindruck einer gelungenen Modernisierung der Geschichte verfestigen Hubschrauberflüge über die Wolkenkratzer und eine spannende Action-Zuspitzung am Schluss.

Fazit: Der zeitlose Kern des Broadway-Musicals "Annie" wird in dieser frischen Verfilmung in das New York der Gegenwart versetzt. Die gut aufgelegten Schauspieler, der freche Dialogwitz und der unbeschwerte Mix aus Gesang und etwas Action sorgen für ansprechende Unterhaltung mit Herz.




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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2014
Genre: Drama, Musical
Kinostart: 15.01.2015
Regie: Will Gluck
Darsteller: Jamie Foxx als Will Stacks, Quvenzhané Wallis als Annie, Rose Byrne als Grace
Verleih: Sony Pictures

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