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Harts5 - Geld ist nicht alles
Harts5 - Geld ist nicht alles
© barnsteiner-film

Kritik: Harts5 - Geld ist nicht alles (2013)


Die luftig-leichte, sympathische kleine Loser-Komödie "Harts 5" war von Beginn an ein ambitioniertes Film-Projekt. Ohne jegliche finanzielle Unterstützung, einen großen Verleih oder eine TV-Beteiligung, ging das Team Ende 2010 an den Start, um die Verlierer-Komödie nach einer Idee des Regisseurs Julian Tyrasa zu drehen. Für die Umsetzung musste schließlich die Rentenversicherung von Tyrasa dran glauben, dessen erster abendfüllender Spielfilm nach etlichen Umwegen nun das fast Unmögliche schafft und seinen Weg in die deutschen Lichtspielhäuser findet. "Harts 5" ist ein mutiger filmischer Aufruf, an seine Ziele und Träume zu glauben und gefällt durch seine schrulligen Protagonisten und die märchenhafte Aura. Leider jedoch fehlt es der Story an Verve und Dynamik, um dramaturgisch einen kompletten abendfüllenden Spielfilm zu tragen.

Getreu dem Motto "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" rückt "Harts 5" vier Verlierertypen ohne Job und Perspektive in den Mittelpunkt der Erzählung und will demonstrieren, dass freundschaftlicher Zusammenhalt und der Glaube an das Gute noch jeden Gegner zu Fall bringen – und sei er noch so geldgeil, schmierig und mächtig wie in diesem Fall der schwäbische Investor Dr. Siebold. Es ist eine aussichtslose Auseinandersetzung zweier ungleicher Gegner, ein Ringen zwischen David und Goliath, das Regisseur Tyrasa auf der Leinwand ausfechten lässt. Auf der einen Seite stehen die vier gescheiterten Existenzen Frank, Kurt, Josef und Hart, die dem Kapitalismus den Kampf ansagen. Auf der anderen Seite der wohlhabende Investor Dr. Ernst Siebold, der durch den Abriss von Plattenbauten und die Errichtung von Luxus-Townhouses nicht nur sich, sondern gleich der gesamten Menschheit etwas Gutes tun will.

Das Gelungene an "Harts 5" sind seine grundsympathischen "Helden", die durchaus in der Lage sind, Emotionen beim Zuschauer hervorzurufen und schnell für Mitgefühl bei ihm sorgen. Zudem zelebriert "Harts 5" auf heitere, beschwingte Weise den Zusammenhalt der (vermeintlich) Schwächeren im Kampf gegen einen unbesiegbar erscheinenden Gegner. Auf dieser Ebene funktioniert "Harts 5" als gut gemeinte Loser-Komödie durchaus, jedoch gerät sie durch die etwas zu schlicht geratene Umsetzung und einfältige Erzählweise ins Stocken. Das größte Problem des Films jedoch: Story und Thema des Films sind schneller erschöpft als erwartet und der im Zentrum stehende Konflikt zwischen der "Solidarität der Schwachen" und dem um sich greifenden Kapitalismus vermag nicht, einen Film mit einer Länge von fast 100 Minuten zu tragen.

Fazit: Gut gemeinte, mit sympathischen Figuren ausgestatte Loser-Komödie, die am Ende an ihrer einfältigen Erzählweise scheitert. Zudem trägt die interessante, aber allzu schlichte Story keine 100 Filmminuten.




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