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Kritik: Life of Riley (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Aimer, boire et chanter" ("Life of Riley") ist der neue – und letzte - Film des Anfang März verstorbenen französischen Altmeisters Alain Resnais und stellt dessen bereits dritte Adaption eines Theaterstücks des britischen Autors Alan Ayckbourn dar. Resnais hat die Theaterthematik des gleichnamigen Stücks visuell innovativ umgesetzt. Auf eine gefilmte Anreise zu einem Haus eines der mit George in Verbindung stehenden Ehepaare folgt jeweils eine farbige Zeichnung des Gebäudes. Alle gespielten Szenen wiederum finden in hochstilisierten Kulissen statt, die einen Ausschnitt des jeweiliges Hofes oder Hauses nachbilden, wobei die Wände nur aus farbigen Stoffbahnen bestehen, die an Theatervorhänge erinnern. Der Film ist von einer überbordenden Farbigkeit, welche das Artifizielle dieser Settings unterstreicht. Das visuelle Ergebnis erinnert ein wenig an alte Technicolorfilme aus den fünfziger Jahren, wie z.B. die Melodramen von Douglas Sirck.

Ein weiterer Clou besteht darin, dass George – um den sich die gesamte Handlung direkt oder indirekt dreht - selbst niemals im Bild erscheint. Man lernt die Hauptperson des Films folglich nur über die Reaktionen kennen, die er bei seinen Freunden auslöst. Georges wird für jene zu einem Sinnbild für all ihre verdrängten Sehsüchte und nicht gelebten Träume. Sein nahender Tod erinnert sie daran, dass auch ihre Lebenszeit begrenzt ist. So wird Georges für sie zu einem Weckruf und zu einem Katalysator, der sie aufrüttelt endlich selbst zu handeln und schon lange notwendige Veränderungen in ihren Leben endlich anzugehen. Das klingt jedoch leider alles wesentlich interessanter, als es tatsächlich ist. Tatsächlich wirkt der Film unnötig verkünstelt und ist oft schlicht langweilig.

Fazit: Der neue Film des kürzlich verstorbenen französischen Altmeisters ist zwar recht schön anzusehen, aber über die meiste Zeit hinweg einfach nur langweilig.





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