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Wer schön sein will, muss reisen - Plakat
Wer schön sein will, muss reisen - Plakat
© dejavu filmverleih

Wer schön sein will, muss reisen (2013)

Deutsche Doku: Moderatorin und Autorin Tine Wittler untersucht die Entstehung von Schönheitsidealen und reist gen Mauretanien, in dem runde Frauen als besonders begehrt sind...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 7 Besucher eine Bewertung abgegeben.


In ihrer Dokumentation "Wer schön seil will, muss reisen" begibt sich die aus der RTL-Show "Einsatz in vier Wänden" bekannte Moderatorin Tine Wittler auf eine Reise nach Westafrika, um die geltenden Schönheitsideale der dortigen Welt zu erkunden und – vor allem – kritisch zu hinterfragen.
Das männliche Schönheitsideal hat sich seit der Antike kaum verändert: der V-Körper, ein muskulöser Bauch und die kräftigen Arme haben heute noch Geltung und sind das, wonach nicht wenige Vertreter des männlichen Geschlechts auch hierzulande streben und sich deshalb unzählige Stunden im Fitnessstudio ihrer Wahl quälen. Anders sieht es bei Frauen aus. Das weibliche Schönheitsideal ist einem ständigen Wandel unterworfen und stark von Ort, Zeit und jeweiliger Umgebung abhängig. In unserer westlichen Welt z.B. gelten die Maße 90-60-90 als besonders erstrebenswert, ebenso wie große Brüste und ein kleiner Po. Autorin Tine Wittler und ihr Regisseur René Schöttler begaben für ihre Doku sich auf die Reise in den westafrikanischen Staat Mauretanien, in dem Männer ein gänzlich anderes Schönheitsideal bei Frauen bevorzugen. Nicht schlank und rank, nein, kräftig und rund sollen die Frauen sein. Um dies zu erreichen, nehmen viele Frauen regelrecht gesundheitsschädliche Torturen, wie die Mästung oder fragwürdige Medikamente, auf sich. "Wer schön sein will, muss reisen" versucht herauszufinden, wie solche Ideale entstehen und was diese mit den Frauen machen.

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Filmkritik

Tine Wittler zeigt mit ihrer formal recht einfach gestrickten aber aussagekräftigen Doku, dass es allgemeingültige Schönheitsideale nicht gibt. Sie zu formulieren ist ebenso absurd, wie kleine Kinder mit Mastpillen und Appetitanregern vollzustopfen, um sie dem geltenden Ideal näher zu bringen. Genau das passiert mit jungen Mädchen in dem westafrikanischen Staat, um später auf dem Heiratsmarkt durch Fettleibigkeit an Wert gewinnen zu können. Frauen gelten dort nur als schön, wenn sie korpulent sind. Eine schlanke Frau mit aufreizenden, sinnlichen weiblichen Rundungen würde bei den dortigen Männern eher auf weniger Interesse stoßen. Es ist Tine Wittler hoch anzurechnen, dass sie sich voll und ganz auf die in Mauretanien geltenden Ideale und Traditionen einlässt, um die Frauen vor Ort besser verstehen und nachempfinden zu können. Wittler wollte vor Ort in Afrika die Realität erkunden – und auch am eigenen Leibe erfahren. Sie kleidete sich wie die mauretanischen Frauen, führte lange, intensive Gespräche mit ihnen und machte sogar versuchsweise eine Zwangsmästung mit, um zu erkennen, welche körperlichen Qualen die Frauen hierbei erleiden müssen.

"Wer schön sein will, muss reisen" erfindet zwar das Rad nicht neu, macht auf ansprechende und mitunter erschreckende Art aber deutlich, dass es sich bei den porträtierten Frauen um mutige und selbstbewusste Personen handelt, die sich kämpferisch präsentieren und zu keinem Zeitpunkt aufgeben. Auch macht der Film wie bereits erwähnt klar: Allgemein gültige Schönheitsideale kann man nicht formulieren, da es sie schlicht und ergreifend einfach nicht gibt.

Schönheit ist an das Innere im Menschen und an seine jeweilige Individualität gebunden. Daneben spielen Faktoren wie Kultur, Zeit, und Ort eine tragende Rolle wenn es darum geht, Ideale zu formulieren. Allein dieser Erkenntnisgewinn macht aus "Wer schön sein will, muss reisen" einen wichtigen Film.

Fazit: Mutige Doku und extrem persönliche Auseinandersetzung mit der weiblichen Körperlichkeit, die verdeutlicht, dass es allgemein gültige Schönheitsideale nicht gibt.




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Land: Deutschland
Jahr: 2013
Genre: Dokumentation
Länge: 93 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 26.09.2013
Regie: René Schöttler
Darsteller: Wafa M. El Hassan, Aberrahmane Ahmed Salem, Tine Wittler
Verleih: dejavu filmverleih

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