oder

Ich bin das Glück dieser Erde (2013)

Yo soy la felicidad de este mundo

Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Filmemacher Emiliano (Hugo Catalán) ist homosexuell, aber immer auch offen für Abenteuer mit Frauen, und hangelt sich planlos von Affäre zu Affäre. Die meiste Zeit des Tages lebt er in seiner eigenen Traumwelt, in der er sich als gefeierten und großen Regisseur sieht. Sein Leben scheint sich zum positiven zu ändern, als er eines Tages den gutaussehenden Tänzer Octavio (Alan Ramírez) trifft und sich auf den ersten Blick in ihn verliebt. Die Beiden gehen eine Beziehung ein und schnell stellt Emiliano fest, dass ihm Octavio die innere Ausgeglichenheit verschafft, nach der er sich immer gesehnt hat. Doch bereits nach wenigen Wochen, verfällt der junge Regisseur in alte Muster und Gewohnheiten und stürzt sich von einer Liaison in die nächste. Egal ob Mann oder Frau - Octavio führt ein sexuell ausschweifendes Leben. Als er jedoch den Stricher Jazen (Emilio von Sternenfels) kennenlernt, muss er sich endgültig fragen: Was - und vor allem - WEN will er eigentlich?

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Der 42-jährige, mexikanische Regisseur Julián Hernández ist einer der erfolgreichsten Vertreter des Gay Cinema seiner Generation, der für seine Filme u.a. bereits mehrfach mit dem Teddy-Award bei der Berlinale für herausragende Werke mit schwul-lesbischem Hintergrund ausgezeichnet wurde. "Ich bin das Glück dieser Erde" ist sein neuester Film, bei dem Hernández wieder seinen beiden großen Leidenschaften frönen kann: einer hochästhetischen, edlen Bildsprache und der stylischen Präsentation perfekter (männlicher) Körper. Am Ende ist der Film leider ebenso bedeutungsschwanger und schwülstig wie sein pathetischer Titel. Optisch ist der Film eine Offenbarung, inhaltlich hingegen jedoch nichts weiter als eine voyeuristische, oberflächliche Fleichbeschau ohne Tiefgang und Spannung.

"Ich bin das Glück dieser Erde" wird bestimmt von ausladenden, auf Dauer nervtötenden 360-Grad-Kamerafahrten, die scheinbar nur einem Ziel dienen sollen: die hübsch anzusehenden, knackigen Körper der jungen Menschen (vornehmlich Männer) ins rechte Licht zu rücken. Dabei findet Regisseur Hernández zu einer matten, formvollendeten Hochglanz-Bildsprache, die die vielen erotischen Szenen und Sex-Sequenzen ausgiebig präsentiert. Ästheten und Freunde stilvoller, behutsam durchkomponierter Bilder kommen hier in jedem Fall auf ihre Kosten. Dabei benötigt der Film nicht viele Dialoge, die harmonische Musik dient hier viel häufiger als Transporter für Stimmungen und Eindrücke. Außerdem ein wesentliches Merkmal von Hernández: ellenlange Kameraeinstellungen und wenige Schnitte, die den Fluss des Filmes nicht unterbrechen sondern stattdessen dem hohen künstlerischen Anspruch des Filmemachers Rechnung tragen sollen.

Was der Film auf der visuellen Ebene bietet, lässt er jedoch inhaltlich vermissen. Weder kommen die Figuren besonders tiefschürfend oder komplex daher, noch kann der Film dramaturgisch überzeugen. Die Handlung dümpelt belanglos vor sich hin, während Emiliano die Partner wechselt wie andere Menschen ihre Unterhosen. Und so treibt er es kunterbunt mit so ziemlich allem und jedem was ihm über den Weg läuft, mal mit einer Frau, mal mit einem Mann, gerne auch unterschiedliche Dreier in den verschiedensten Variationen. Wer da noch den Überblick behält, dem gebührt Respekt. Genauso wie die sexuelle Orientierung von Emiliano zum keinem Zeitpunkt des Films klar ist, bleibt im Dunkeln, was der Regisseur mit seiner wohlgestalteten Fleischbeschau und lustvollen Präsentation gelackter, glänzender Jünglings-Körper überhaupt sagen will.

Fazit: Harmonisch präsentierte, exakt ausgearbeitete Bildkompositionen stehen einer inhaltsleeren Story mit blassen Charakteren gegenüber.




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Land: Mexiko
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 124 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 23.10.2014
Regie: Julián Hernández
Darsteller: Giovanna Zacarías, Diana Lein, Juan Carlos Carrasco
Verleih: Pro Fun Media

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