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Kritik: Shaun das Schaf - Der Film (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Das beliebte animierte Schaf Shaun tauchte erstmals 1995 in einem Film der kultigen Knet-Figuren "Wallace & Gromit" auf. Es sollte dann noch über zehn Jahre dauern, bis das wollige Tier mit einer eigenen TV-Serie bedacht wurde. Diese wird seit 2007 von den britischen Aardman Studios und dem öffentlich-rechtlichen Sender WDR gemeinsam produziert. Die Aardman Studios sind spezialisiert auf das sog. Claymotion-Verfahren, was nichts anderes bedeutet, als 3D-Knetfiguren nach der Stopptrick-Technik zu animieren. Aus ihrer Schmiede stammen Erfolgsfilme wie z.B. "Chicken run" oder "Flutsch und Weg". Dass auch "Shaun das Schaf" ein Erfolg wird, scheint indes ebenso sicher: die unzähligen Fans der Serie werden sich den Film ihres Lieblings ohnehin nicht entgehen lassen. Alle anderen, und die, die mit dem Schaf bisher nur wenig anzufangen wussten, erleben einen perfekt animierten, tierischen Spaß mit einem Sammelsurium an verrückten Einfällen und guten Gags.

Die Aardman Studios sind weltweit das Maß aller Dinge in Sachen Knetanimation und dass sie auch drei Jahre nach dem letzten Film ("Die Piraten") ihr visuelles Handwerk nicht verlernt haben, beweisen sie hier eindrucksvoll. Die Knet-Welten und die Knet-Figuren sind liebevoll und aufwendig gestaltet und mit allerlei Finessen und spannenden Details versehen. Da lohnt es durchaus, mal genauer hinzuschauen oder einen Blick auf die Umgebung zu werfen. Egal ob es der kleine Igel am Wegesrand ist oder die vielen spielerischen Werkzeuge des Hundefängers. Optisch punktet der Film also auf ganzer Ebene, was er aber auch muss, denn: im kompletten Film wird nicht ein Wort gesprochen.

Ein weiterer Grund, weshalb der Film sehr gut ohne gesprochene Worte auskommt, liegt an den fabelhaft getimten Gags, die schlicht und ergreifend sehr ziel- und treffsicher voll ins Schwarze und damit exakt den Humor der Fangemeinde treffen. Slapstick mit vollem Körpereinsatz und Situationskomik stehen hier an allererster Stelle, wodurch auffällt, dass sich die Macher deutlich am Humor der Serie orientierten. Slapstick-Meister und -Vorreiter wie Charlie Chaplin, Buster Keaton oder die Marx Brothers hätten ihre helle Freude gehabt: vom spektakulären Ausbruch aus dem Tier-Gefängnis bis hin zum mehr als peinlich geratenen, denkwürdigen Restaurantbesuch der als Menschen (!) verkleideten Schafe. Zwar ist die Story schlicht und einfach und die Dramaturgie folgt einer klaren Linie, aber dennoch kommen auch Erwachsene auf ihre Kosten, was besonders dem fabelhaften (typischen Aardman-Studios) Humor des Films geschuldet ist.

Fazit: Visuell beeindruckendes, prächtig unterhaltendes Knet-Abenteuer mit skurrilen Figuren und herrlich-schrägem Humor.





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