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The Legend of Kaspar Hauser
The Legend of Kaspar Hauser
© Filmperlen

Kritik: The Legend of Kaspar Hauser (2012)


"The Legend of Kaspar Hauser" ist ebenso filmgewordener, surrealer Wahnsinns-Trip wie abgedrehte Neuinterpretation des berühmten Stoffes um das Findelkind Kaspar Hauser. Regie führte der italienische Experimental-Filmer Davide Manuli, der in Hauptdarsteller und Indiefilm-Ikone Vincent Gallo ("The Brown Bunny") einen kongenialen Partner für seine bizarre Variation der Waisenkind-Geschichte aus dem Deutschland des frühen 19. Jahrhunderts fand. "The Legend of Kaspar Hauser" ist fraglos einer der exzentrischsten, ungewöhnlichsten (Indie-) Filme in diesem Jahr.

Der ganz in weiß gekleidete Beschützer der Gräfin einer namentlich nicht näher bestimmten Insel, Pusher genannt, steht in einer kargen Wüstenlandschaft und zelebriert eine ganz eigene, befremdliche Art eines Techno-Tanzes. Zu den wirren Bewegungen des Pushers erklingen die pumpenden Beats des französischen Techno-Musikers Vitalic, während plötzlich drei UFOs über ihn hinwegdüsen – so sehen sie aus, die ersten Sekunden und Momente von "The Legend of Kaspar Hauser", eines absonderlich anmutenden Films von Regisseur Davide Manuli. Und dabei ist der Pusher noch nicht einmal die befremdlichste, ungewöhnlichste Figur in Manulis entrückter Mischung aus Western, Science-Fiction und surrealem Experimental-Film. Das sagt einiges aus über diesen Film, der wohl nur etwas für hartgesottene Cineasten ist.

Die skurrilste Figur ist hier ohne Zweifel der androgyne Kaspar Hauser, eine Art bisexueller Tanz-Jünger und Techno-Gott in einem, der an David Bowie in "Der Mann, der vom Himmel fiel" erinnert. Bezeichnenderweise wird die männliche Hauptfigur dann auch von einer Frau, Silvia Calderoni, verkörpert. Wunderschön anzusehen und über jeden Zweifel erhaben ist die spröde Schönheit der edlen Schwarz-Weiß-Optik. Auf berauschende Weise fängt Kameramann Tarek Ben Abdallah die geheimnisvoll-atmosphärischen Landschaften und Orte der Insel Sardinien ein. Bemerkenswert ist zudem, dass ein Großteil der Szenen improvisiert wurde. Getrieben wird das wunderliche Alien-Wesen von den harten elektronischen Beats des französischen Electro-Stars Vitalic. Sie sind der Herzschlag von Kaspar Hauser des Jahres 2013, der kein Heiliger, Messias oder Heilsbringer, sondern einfach nur ein tanzender DJ sein will.

Fazit: Surrealer, wahnwitziger Techno-Space-Trip, der schon jetzt zu den exzentrischsten und bizarrsten Filmen des Jahres gezählt werden darf.





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