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FBW-Bewertung: Am grünen Rand der Welt (2015)

Prädikat besonders wertvoll

Jurybegründung: ?Far from the Madding Crowd? (dt: ?Am grünen Rand der Welt?) ist der vierte Roman des englischen Schriftstellers Thomas Hardy, mit dem die Reihe seiner berühmten ?Wessex-Romane? begann, benannt nach der Landschaft in Südengland, in der seine Bücher spielten und Thomas Hardy selbst auch lebte.
Thomas Vinterberg inszenierte die mittlerweile zweite Verfilmung des Romans aus dem Jahre 1874 stilistisch sehr werkgetreu und historisch genau als Reise in das Viktorianische Zeitalter. Im Mittelpunkt steht die junge und zunächst mittellose, aber gebildete Bathsheba Everdene, die durch eine Erbschaft zur Herrin eines großen Gutshofes wird. Eine Frau, für die persönliche Freiheit und Unabhängigkeit alles bedeutet. In einer Zeit, als Väter und Vormünder die Heirat von Frauen wenn möglich immer unter finanziellenAspekten arrangierten und Liebe dabei kein Rolle spielen durfte, ist Bathshebas Haltung anerkennenswert und verständlich zugleich, wenn sie die Anträge von Gabriel Oak und dem Gutsbesitzer Boldwood ablehnt. Ihre fehlende Lebenserfahrung treibt sie jedoch prompt in die Fänge des Soldaten Troy, dersie fast in den finanziellen Ruin treibt. Man kann es geradezu tragisch nennen, dass gerade die beiden Männer, die sie ablehnt, sie immer wieder im wahrsten Sinne des Wortes retten.
Das Spiel der Protagonisten und die Dialoge entsprechen dem Zeitgeist der Romanvorlage und wurden durch Drehbuch und Regie unter Verzicht aufübergroße Emotionen filmisch konsequent umgesetzt. Das baut aber auch gleichzeitig in den Augen einiger Jury-Mitglieder eine gewisse Distanz zum Zuschauer auf.
Die Kamera zaubert wunderschöne Landschaftsaufnahmen und wird den Gefühlsregungen der Protagonisten in perfekten Nahaufnahmen sehr gerecht. Sehr passend dazu gestaltet sich der wohltuend zurückgenommene und der Zeitepoche angemessene Soundtrack. Die Charaktere sind treffend besetzt und das Spiel vor allem von Carey Mulliganals Bathsheba, Michael Sheen als Boldwood und Matthias Schoenaerts als Oak ist eindrucksvoll.



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