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A Touch of Sin (2013)

Tian zhu ding

Japanisch-Chinesisches Episoden-Drama über das moderne China: Vier Geschichten über den unter sozialer Ungerechtigkeit und Gewalt leidenden ökonomischen Giganten China...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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So unterschiedlich wie die Landstriche im riesigen Flächenstaat China beschaffen sind, so verschieden sind auch die Bevölkerungsschichten. Doch eines ist allgegenwärtig und unabhängig von Metropole, Stadt oder Provinz: Gewalt und der Kampf um Gerechtigkeit. "A Touch of Sin" erzählt vier solcher an verschiedenen Orten angesiedelte Geschichten um Menschen, die alle eine Gewalttat als Ventil für den Frust über Unterdrückung und Ungerechtigkeit nutzen und deshalb Blut vergießen. Jeder auf seine ganz eigene Art: Im Norden Chinas begehrt ein Minenarbeiter gegen den rücksichtslosen und korrupten Minenbesitzer und seine Schergen auf. Ein Wanderarbeiter kehrt am chinesischen Neujahrsfest nach Jahren zurück in die Heimat und merkt bald, zu was ihm eine Handfeuerwaffe alles verhelfen kann. Eine Sauna-Mitarbeiterin wird von einigen Kunden sexuell belästigt, weshalb sie als letzten Ausweg nur noch die Gewalt sieht und das Messer zückt. Und ein junger Fabrikarbeiter schlägt sich mit immer neuen Gelegenheitsjobs durch und kommt gerade so über die Runden. Bei seinem täglichen Überlebenskampf kann er jedoch keine Rücksicht auf die Familie nehmen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"A Touch of Sin" ist der neue Films des im Westen eminent populären chinesischen Regisseurs Jia Zhang-ke, der vor allem für Werke bekannt ist, die auf die soziale Ungerechtigkeit im modernen China des 21. Jahrhundert – einem Land zwischen Kommunismus und Kapitalismus – aufmerksam machen. "A Touch of Sin" bildet da keine Ausnahme, auch er prangert Unterdrückung, Ausbeutung, Gewalt und Betrug an und sieht Gewalt als den für viele Menschen letzten Ausweg aus der Krise, sei sie nun persönlicher, familiärer oder beruflicher Natur. In Cannes wurde Jia für sein Episoden-Drama zu Recht mit dem Preis für das Beste Drehbuch ausgezeichnet. Eine Besonderheit bei dem Film: Alle auftretenden Geschichten beruhen auf wahren Ereignissen, die sich in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Regionen Chinas abgespielt haben. "A touch of sin" ist ein bärenstarkes, aber ebenso schonungsloses Drama geworden, das aufzeigt, wie das China im Jahre 2014 sein Volk und die eigene Tradition opfert, um im ökonomischen Wettrennen der (westlichen) Weltmächte mithalten zu können.

Der Film verstrickt Chinesen aus unterschiedlichen Milieus und Gesellschaftsschichten in vier interessante Geschichten, die in großstädtischen Regionen aber auch in ländlicheren Gebieten oder Provinzen spielen. Regisseur Jia zeigt damit auf: die Probleme betreffen nicht nur die Angehörige eines einzelnen Milieus – nein, soziale und politische Missstände wie Nationalismus, Ausbeutung, Repression und Korruption spielen überall eine (leider) zentrale Rolle im Land der aufgehenden Sonne. Allen Protagonisten im Film ist gemein, dass sie sich in einer für sie ausweglosen Situation befinden, aus der sie nur mit Waffengewalt ausbrechen können. Die Gewalttaten schocken dann auch dementsprechend. Nicht, weil sie von Jia so blutig und gewalttätig inszeniert wurden, sondern weil sie ganz normale, unbescholtene Menschen betreffen, denen man solche Taten eher nicht zugetraut hätte. Aber Jia zeigt auch: Gewalt erzeugt Gegengewalt, vor allem in einem korrupten, den Einzelnen unterdrückenden Staat.

Außerdem lobenswert: Es sind nur vier Geschichten, die der Film erzählt, vier Handlungsstränge in zwei Stunden also. Das ist nicht zu viel für die Konzentration und Aufmerksamkeit des Zuschauers, die bei anderen Episoden-Filmen mit unzähligen Protagonisten und Handlungssträngen deutlich mehr beansprucht werden. Und "A Touch of Sin" beweist, dass bei einem Episodenfilm die einzelnen Geschichten nicht zwangsläufig miteinander verknüpft sein oder am Ende zusammenlaufen müssen. Die jeweiligen Personen begegnen sich lediglich hier und da mal im Bus oder laufen auf der Straße aneinander vorbei. Mehr nicht.

Fazit: Gekonnt strukturiertes, nicht zu verschachtelt erzähltes Episoden-Drama, das in vier spannenden Geschichten die sozialen Missstände im Gegenwarts-China aufzeigt.




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Land: Japan, China
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 129 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 16.01.2014
Regie: Zhang Ke Jia
Darsteller: Jia-yi Zhang, Wu Jiang, Tao Zhao
Verleih: Rapid Eye Movies

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