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Kritik: Black Sea (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Regisseur Kevin Macdonald ("Der letzte König von Schottland", "State of Play") inszeniert seine Schatzsuche als submarinen Klassenkampf. Robinson (Jude Law) hat etwas gegen "die da oben". Sie kotzen ihn an in ihrer Selbstgefälligkeit. Wie sie dabei zusehen, wie seinesgleichen vor die Hunde geht, während ihr Geld sie immer reicher macht, kann der Seemann nicht verwinden.

"Die da oben", das sind für Robinson die Reichen, die Entscheider, die Chefs dieser Welt. Eben jene, die ihn gefeuert haben. Doch das lässt sich Robinson nicht länger gefallen. Er will etwas vom großen Kuchen abhaben und die Stücke gerecht verteilen. Da bei diesem Himmelfahrtskommando jedes Besatzungsmitglied sein Leben riskiert, will der Kapitän allen den gleichen Anteil an der Beute auszahlen. Vom Elektriker bis zum Taucher, vom Steuermann bis zum Maschinisten. Ein Stückchen Sozialismus unter Wasser.

Doch schnell bilden sich alte Fronten, teilt sich die internationale Mannschaft in einen West- und einen Ostblock. Den Briten ist der Anteil zu gering. Schließlich sei die erhoffte Summe für die russischen Besatzungsmitglieder viel mehr wert. Und so wird aus der ursprünglichen Abenteuergeschichte plötzlich ein tödliches Kammerspiel, das in seiner Struktur einem Zählreim ähnelt.

"Black Sea" ist nur in Ansätzen gelungen. Jude Law überzeugt als vom Hass erfüllter und von Gier getriebener Kapitän, die Handlung und deren Umsetzung enttäuscht hingegen auf ganzer Linie. Stilistisch zerfällt "Black Sea" in zwei Teile. Während die Kamera bei den im Grunde ruhigen Vorbereitungen über Wasser permanent Unruhe verbreitet, hält sie an Bord des U-Boots auch in den brenzligsten Situationen still. Um noch mehr Spannung zu erzeugen, behilft sich das Drehbuch mit unvorhergesehenen Wendungen, die nicht überzeugen.

Am Ende ist der Kapitän allein. Wie sein Namensvetter aus Daniel Dafoes Roman ist er eingeschlossen – nicht auf einer verlassenen Insel, aber genauso einsam auf dem Meeresgrund. Was ihn dorthin brachte, erinnert wiederum an einen anderen englischen Schriftsteller. Wie Kapitän Ahab in Herman Melvilles "Moby Dick" wird auch Robinson im Verlauf des Films immer fanatischer. Mit seiner letzten Zigarette sitzt er schließlich auf einem glänzenden Stapel Gold. Sein weißer Wal, der ihn mit sich in die Tiefe zog.

Fazit: Ein U-Boot-Thriller, der zu wenig aus seiner spannenden Ausgangslage macht. Trotz dichter Atmosphäre scheitert der Film an einer unglaubwürdigen und zu konfusen Handlung.





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