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Cesar's Grill
Cesar's Grill
© barnsteiner-film

Kritik: Cesars Grill (2013)


Ein junger ecuadorianischer Vegetarier, seit zehn Jahren in Deutschland lebend, soll seinem Vater in der Heimat helfen, ein Grillfleischrestaurant aus den roten Zahlen zu holen. Was sich anhört wie das Drehbuch zu einer witzigen Familienkomödie ist real und die Handlung der autobiografischen Dokumentation des jungen Filmemachers Darío Aguirre.
Der Vater ruft Darío nach fast zehn Jahren Kontaktstille an und bittet ihn um Hilfe. Als Darío feststellen musste, dass es nichts bringt, dem Vater Excel Tabellen zu schicken, da dieser damit nicht umgehen kann, begibt er sich nach Ecuador. Er investiert sein gesamtes Geld, um der Familie zu helfen. Doch schon bald muss er feststellen, dass sich marktwirtschaftliches Knowhow aus Deutschland nicht so einfach exportieren lässt. Das liegt zum einen an den vorhandenen Gegebenheiten, aber vielmehr an der fehlenden Kommunikation mit seinem Vater. Im Laufe des Filmes wird klar, dass sich beide nicht viel zu sagen haben und noch nie zu sagen hatten. Darío wird bewusst, dass er seinen Vater nicht wirklich kennt und versucht das zu ändern, indem er die Rettung des Grills als gemeinsames Projekt begreift. Seine Vorschläge Dinge zu ändern werden allerdings vom Vater eher skeptisch aufgenommen. So beispielsweise, dass es viel Zeit sparen würde einmal in der Woche zum Großmarkt zu fahren, anstatt jeden Tag auf den kleinen Gemüsemarkt. Der Vater empfindet jedoch diesen täglichen Gang als Entspannung und pflegt dabei seine sozialen Kontakte. Die Mutter fungiert, wie schon das ganze Leben lang, als Vermittlerin zwischen Vater und Sohn. Als sie jedoch an Krebs erkrankt und kurze Zeit später stirbt, müssen die beiden anfangen, direkt miteinander zu reden.
Die Kamera ist der stetige Begleiter in dieser sehr persönlichen Dokumentation. Der Zuschauer wird Zeuge sehr intimer Momente, wenn beide beispielsweise das erste Mal über den Verlust der Mutter und Frau sprechen. Aber auch die Kultur Ecuadors wird in beeindruckenden Bildern vermittelt. Der sehr herzliche Umgang der Menschen miteinander und die doch sehr unterschiedliche Mentalität im Gegensatz zu Deutschland. Mit kleinen selbstgeschriebenen Liedern fasst Darío die einzelnen Geschehnisse immer wieder zusammen und amüsante Szenen lockern das Ganze auf. Herausgekommen ist ein bemerkenswert ehrlicher Film über das Verhältnis von Vater und Sohn, über Erinnerungen und die Möglichkeit sich immer wieder neu kennenzulernen.
Fazit: Ein sensibler Film über die Annäherung zwischen Vater und Sohn. Darío Aguirre erzählt ruhig und mitfühlend über seine Erlebnisse in Ecuador, bei dem Versuch, das Restaurant seines Vaters zu retten.





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