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Die Poetin (2013)

Flores Raras

Brasilianisches Biopic-Drama: Die amerikanische Lyrikerin Elisabeth Bishop lernt bei ihrer College-Freundin Mary in Brasilien die Architektin Lota de Macedo kennen und geht mit ihr eine Beziehung ein, in der jedoch auch Mary immer eine Rolle spielen wird...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
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Anfang der 1950er Jahre befindet sich die amerikanische Lyrikerin Elisabeth Bishop (Mirando Otto) in einer Schaffenskrise und sucht – wie so viele Künstler – den Ausweg in einer Reise. Ihre erste Zwischenstation führt sie zu ihrer Collegefreundin Mary (Tracy Middendorf), die in der Nähe von Rio de Janeiro mit der Architektin Lota de Macedo Soares (Glória Pires) zusammenlebt. Anfangs ist Elisabeth von dieser offenen Lebensweise irritiert, jedoch teilt sie diese Sehnsucht und wagt nur nicht, sie auszuleben. Im Gegensatz zu ihr ist Lota mutig, stark und sich ihrer Sinnlichkeit sehr bewusst, jedoch hält sie Elisabeths Schüchternheit für Blasiertheit. Erst als Lota die darin innewohnende Verletzlichkeit erkennt, beginnt sie um Elisabeth zu werben. Auf dem von Lota entworfenen Landsitz mit zwei Häusern beginnen sie eine Beziehung, in der Mary stets eine Rolle spielen wird. Sie hat ‚keine andere Wahl als Lota weiter zu lieben‘, deshalb gibt sie sich damit zufrieden, dass die wohlhabende Lota ihren Wunsch nach einem Adoptivkind erfüllt – und überlässt die Zweisamkeit Elisabeth und Lota.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

In leuchtenden Farben erzählt Regisseur Bruno Barreto vor allem von der Beziehung zwischen der berühmten, wenngleich hierzulande wenig bekannten amerikanischen Lyrikerin Elisabeth Bishop und Lota de Macedo Soares. Anfangs ist Elisabeth der schwächere Teil. Sie hat in ihrem Leben bereits viele Verluste erlitten – ihr Vater starb, ihre Mutter kam in eine psychiatrische Anstalt, ihre Großeltern waren sehr kühl zu ihr. Für die wohlhabende Lota scheinen sich anfangs alle Wünsche zu erfüllen, im Verlauf der Jahre zeigt sich allerdings, dass sie mit Rückschlägen weitaus schlechter umgehen kann als Elisabeth, für die "the art of losing" eine Kunst ist, die man erlernen kann. Das hat sie eindrucksvoll in ihrem Gedicht "One Art" ausgedrückt, das deshalb auch am Anfang und Ende dieses Films steht. Und so scheint es dieser Beziehung nur eine gewisse Menge an Stärke zu geben, die diese Frauen einander geben können – und je stärker Elisabeth wird, desto schwächer wird Lota.

Die Hauptrollen werden von Miranda Otto und Glória Pires sehr gut gespielt, sie verkörpern die gegensätzlichen Charaktere und insbesondere Miranda Otto gelingt es sogar, beim Zitieren der Gedichte der Stimme von Elisabeth Bishop sehr nahe zu kommen. Leider vertraut Bruno Barreto weniger auf die Kraft der Lyrik als auf die Biographie. Insbesondere in der zweiten Hälfte werden wichtige Ereignisse allzu schnell abgehandelt, dadurch stimmt das Tempo des Films nicht. Darüber hinaus sorgen manche Regieeinfälle und Schnitte auch für unfreiwillige Komik. Dennoch erlaubt "Die Poetin" eine erste Begegnung mit den präzisen, klaren und melancholischen Gedichten von Elisabeth Bishop. Und allein deshalb ist er sehenswert.

Fazit: Gut gespielt und voller Zeilen aus Elisabeth Bishops Werk erlaubt dieser Film trotz seiner Schwächen eine berührende erste Begegnung mit der Poesie der amerikanischen Dichterin.




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Land: Brasilien
Jahr: 2013
Genre: Drama, Biopic
Länge: 110 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 10.04.2014
Regie: Bruno Barreto
Darsteller: Miranda Otto, Gloria Pires, Treat Williams
Verleih: Pandastorm Pictures

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