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Die Poetin
Die Poetin
© Pandastorm Pictures

Kritik: Die Poetin (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

In leuchtenden Farben erzählt Regisseur Bruno Barreto vor allem von der Beziehung zwischen der berühmten, wenngleich hierzulande wenig bekannten amerikanischen Lyrikerin Elisabeth Bishop und Lota de Macedo Soares. Anfangs ist Elisabeth der schwächere Teil. Sie hat in ihrem Leben bereits viele Verluste erlitten – ihr Vater starb, ihre Mutter kam in eine psychiatrische Anstalt, ihre Großeltern waren sehr kühl zu ihr. Für die wohlhabende Lota scheinen sich anfangs alle Wünsche zu erfüllen, im Verlauf der Jahre zeigt sich allerdings, dass sie mit Rückschlägen weitaus schlechter umgehen kann als Elisabeth, für die "the art of losing" eine Kunst ist, die man erlernen kann. Das hat sie eindrucksvoll in ihrem Gedicht "One Art" ausgedrückt, das deshalb auch am Anfang und Ende dieses Films steht. Und so scheint es dieser Beziehung nur eine gewisse Menge an Stärke zu geben, die diese Frauen einander geben können – und je stärker Elisabeth wird, desto schwächer wird Lota.

Die Hauptrollen werden von Miranda Otto und Glória Pires sehr gut gespielt, sie verkörpern die gegensätzlichen Charaktere und insbesondere Miranda Otto gelingt es sogar, beim Zitieren der Gedichte der Stimme von Elisabeth Bishop sehr nahe zu kommen. Leider vertraut Bruno Barreto weniger auf die Kraft der Lyrik als auf die Biographie. Insbesondere in der zweiten Hälfte werden wichtige Ereignisse allzu schnell abgehandelt, dadurch stimmt das Tempo des Films nicht. Darüber hinaus sorgen manche Regieeinfälle und Schnitte auch für unfreiwillige Komik. Dennoch erlaubt "Die Poetin" eine erste Begegnung mit den präzisen, klaren und melancholischen Gedichten von Elisabeth Bishop. Und allein deshalb ist er sehenswert.

Fazit: Gut gespielt und voller Zeilen aus Elisabeth Bishops Werk erlaubt dieser Film trotz seiner Schwächen eine berührende erste Begegnung mit der Poesie der amerikanischen Dichterin.





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