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Kritik: Wenn ich bleibe (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Eine Teenager-Romanze, die sich mit so ernsten Themen, wie dem Sterben und dem Tod beschäftigt? Gerade hat der Überraschungserfolg "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gezeigt, dass so etwas tatsächlich funktionieren kann, wenn alle Beteiligten mit größtmöglicher Wahrhaftigkeit bei der Sache sind. Die Verfilmung eines Jugendromans von John Greene zeigt auf erstaunlich unkitschige Weise die sich entwickelnde Liebe zwischen zwei krebskranken Jugendlichen. Bei dem jetzt in die Kinos kommenden Drama "Wenn ich bleibe", handelt es sich ebenfalls um die Verfilmung eines erfolgreichen Jugendromans, der in diesem Fall von Gayle Forman stammt. Doch dieser Film ist nicht nur zuckersüß, sondern zudem auch noch überkonstruiert. Die Cello spielende Mia beklagt, dass sie sich in ihrer Familie wie eine Außerirdische fühlt. Ihre Eltern sind ehemalige Hippietypen, die erst bei ihrer Geburt solide, sprich brave Bürger, geworden sind. Zuvor hatte der wilde Papi Schrammelrock gespielt. Wie konnte er nur eine Tochter bekommen, die ihn bis in die Nacht hinein mit ihren Spielübungen nervt? Mias Rockmusik-Freund Adam schließen diese Eltern selbstverständlich gleich in ihr Herz. Wie schön, dass es auch in der heutigen Zeit noch kleine Rebellen gibt!

Doch zwischenzeitlich hat Mias Papa, der jetzt ein Lehrer ist, erkannt, dass seine Tochter etwas ganz Besonderes ist. Er selbst hatte damals – wie so viele andere Jungs in seinem Alter - nur Musik gespielt, um besser an Mädchen heranzukommen. Aber Mia spielt tatsächlich, aus reiner Freude an der Sache! Ganz klar, dass aus der Kleinen einmal eine ganz Große werden muss. Mias Freund Adam sieht in einem möglichen Studium seiner Freundin an der besten Musikschule des Landes jedoch keinen ausreichenden Grund seine eigene Karriere als Lokalmatador einer Softie-Version des Grunge-Rock aufs Spiel zu setzen. Da ist Adam ganz oldschool und Nachwuchs-Macho. Auch Mia ist es selbst als außerkörperliche Seelenerscheinung wichtiger, was aus der Beziehung zu ihrem Lover wird, als herauszufinden, ob ihre lebenslange Leidenschaft für das Cellospiel eine Zukunft haben wird.
Noch mehr tritt die eigentliche Katastrophe des Unfalls und ihrer Opfer in den Hintergrund. Da soll dem jugendlichen Zielpublikum offensichtlich nicht zu viel zugemutet werden. Deshalb zieht sich vor Mia und somit auch vor dem Zuschauer sofort ein babyblauer Vorhang vor das unschöne Geschehen, als eine dramatische Operation beginnt. Dabei hatte "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" bewiesen, dass man selbst Dinge wie amputierte Beine und eine krebsbedingte Blindheit nicht nur thematisieren, sondern sogar in einer äußerst schwarzhumorigen Form darbieten kann. "Wenn ich bleibe" ist hingegen kraft- und mutlos und schnell vergessen.

Fazit: Das Teenager-Drama "Wenn ich bleibe" schneidet mit Dingen wie der Verwirklichung der persönlichen Berufung und dem Kampf zwischen Leben und Tod große Themen an, interessiert sich jedoch nur für seine halbgare Lovestory und für die süßen Rehaugen seiner Hauptdarstellerin.





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