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Art/Violence (2013)

US-Palästinensische Doku über den jüdisch-palästinensischen Friedensaktivisten Juliano Mer-Khamis, der seit 2006 im Flüchtlingslager Jenin das Freedom Theatre leitete, vor dem er 2011 erschossen wurde...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.5 / 5

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Im April 2011 wurde der jüdisch-palästinensische Schauspieler, Regisseur und Friedensaktivist Juliano Mer-Khamis ermordet. Er war der Gründer des Freedom Theatre im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland. Das Theater soll Jugendlichen einen Ort bieten, ihren eigenen künstlerischen Widerstand gegen patriarchalische Unterdrückung und die israelische Besatzung zu entwickeln.
Nach Julianos Tod blieben Trauer, Wut und die bange Frage, wie es nun weiter gehen sollte. Der Film "Art/Violence", ein Gemeinschaftswerk des in Israel geborenen Udi Aloni und der palästinensischen Filmemacherinnen Batoul Taleb und Mariam Abu Khaled, hat all das eingefangen und ist dabei selbst ein Kunstwerk geworden.
Der Film dokumentiert die Arbeit dreier junger Schauspielerinnen, allesamt Schülerinnen Julianos, die verzweifelt versuchen, in der Ausnahmesituation zu funktionieren und zu arbeiten und mischt diese Handkamera-Aufnahmen geschickt mit Videos aus dem Theater, mit Aufnahmen von Hip-Hop-Konzerten, mit Rückblicken und Animationen.

Filmkritik

Nach dem Tod des jüdisch-palästinensischen Theaterleiters Juliano Mer-Khamis inszenierte Udi Aloni am Freedom Theater im palästinensischen Flüchtlingslager Jenin Becketts "Warten auf Godot" - ein emotionales und ausdrucksstarkes Werk gegen die allgegenwärtige Situation. Bei dessen Inszenierung brach er gleich zwei Tabus: Männerrollen wurden mit Frauen besetzt und Frauen und Männer treten gemeinsam auf. Die Proben waren nicht einfach, einer der Schauspieler wurde von der israelischen Armee verhaftet, saß ohne Anklage einen Monat lang im Gefängnis. Die Frauen mussten sich rechtfertigen für das, was sie da auf der Bühne taten. Im Stück fragt Gogo Didi: "Haben sie uns unsere Rechte genommen"? Und Didi antwortet mit bitterem Lachen: "Nein, die haben wir aufgegeben".

Und so wendet sich die Kunst nicht nur gegen die israelische Besatzung, sondern auch gegen patriarchale Strukturen in der palästinensischen Gesellschaft. Die Protagonistinnen wenden sich unter anderem gegen Geschlechtertrennung bei Konzerten und engagieren sich für ihre Rechte. Sie wehren sich gegen die Ansicht, dass der Kampf gegen die israelische Besatzung Vorrang habe vor allem Anderen. Und so gibt der Film einen Einblick in das Leben in den besetzten Gebieten und in den Flüchtlingslagern. Er zeigt Menschen, die nicht verlernt haben zu träumen und für ihre Träume zu kämpfen. Ihr Kampf findet auf der Bühne statt. Ihre Mitstreiter sind Shakespeare, Beckett und Brecht. Der Tod Julianos soll nicht umsonst gewesen sein und seine Schüler arbeiten an seinem Vermächtnis, mit dem Theater und der Kunst bestehende Verhältnisse zu ändern.

Besonders bewegend ist die Rezitation einer Stelle aus Brechts „Die Gewehre der Frau Carrar“ von einer seiner Schülerinnen an seinem Grab. Mitunter wird Udi Aloni vom Filmemacher zum Protagonisten, wenn er sich an Juliano erinnert, aber er hält sich meistens zurück. Entstanden ist somit ein bewegender und aufwühlender Film über einen besonderen Mann und die Hoffnung, dass das, was er geschaffen hat, weiterlebt.

Fazit: Diese bewegende Dokumentation über das Vermächtnis des ermordeten Theatermachers Juliano Mer-Khamis zeigt, wie Kunst als Waffe gegen Unterdrückung funktionieren kann. Schüler und Mitstreiter Julianos erinnern sich und machen weiter und der Zuschauer kann sich der Kraft, die diese jungen Menschen ausstrahlen, nicht entziehen.




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Land: Palästina, USA
Jahr: 2013
Genre: Dokumentation
Länge: 75 Minuten
Kinostart: 17.10.2013
Regie: Batoul Taleb, Udi Aloni, Mariam Abu Khaled
Verleih: Arsenal Distribution

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