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Eyjafjallojökull
Eyjafjallojökull
© Universum / Squareone / Walt Disney Studios

Kritik: Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Wer erinnert sich nicht an die Beeinträchtigung des Flugverkehrs im Frühjahr 2010, die nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull Reisende in ganz Europa heimsuchte? Ein skurriles Ereignis, das dem Menschen wieder mal vor Augen führte, wie hilflos er doch ist, wenn die Natur ihre Muskeln spielen lässt. In Alexandre Coffres Roadmovie-Komödie dient das damalige Flugverbot als Aufhänger, um von einem verfeindeten Ex-Paar zu erzählen, das sich plötzlich in einem Mietwagen wiederfindet und gemeinsam Richtung Griechenland düst, um die anstehende Hochzeit seiner Tochter nicht zu verpassen. Was nach einem amüsanten Roadtrip klingt, entpuppt sich leider recht bald als alberne Banalitäten-Parade samt nervigen Hauptfiguren.

Einen zweifelhaften Eindruck hinterlässt schon der Einstieg ins Geschehen, der die Feindschaft zwischen Alain (Dany Boon) und Valérie (Valérie Bonneton) betont komisch etablieren soll, über platte Wortgefechte jedoch nicht hinauskommt. Den ersten Gipfel der Peinlichkeit erreicht der Film am Münchener Flughafen, wenn sich Alain händeringend um einen Mietwagen bemüht, dafür in einen gespielten Heulkrampf verfällt und so den Verleihmitarbeiter erweichen kann. Ein Moment, der nicht zum Lachen, sondern zum Fremdschämen einlädt. Und die Erkenntnis liefert, dass billiger Klamauk den Machern weitaus wichtiger ist als clevere Situationskomik.

Besser wird es auch im Anschluss nicht, da Coffre und seine Co-Autoren Laurent Zeitoun und Yoann Gromb von einer zwanghaft abgedrehten Episode zur nächsten eilen, ohne ihre Protagonisten mit ausreichend Identifikationspotenzial zu versehen. Alain und Valérie reiben sich in immer neuen Streitigkeiten auf, erscheinen dabei aber bloß wie wandelnde Klischees, die nicht einmal ansatzweise ernst zu nehmen sind. Kein Wunder also, dass haarstäubende Zufälle und ins Leere laufende Gags – von denen es erschreckend viele gibt – umso deutlicher hervorstechen. Nicht ganz unschuldig an diesem Schlamassel sind Dany Boon und Valérie Bonneton, deren überdrehtes Spiel die Figuren noch unsympathischer macht.

Dass "Eyjafjallajökull" nicht vollends an seinen Unzulänglichkeiten erstickt, ist einzig und allein den – vor allem im letzten Drittel – beeindruckenden Landschaftsaufnahmen (Kamera: Pierre Cottereau) und einigen versiert umgesetzten Actionszenen zu verdanken, die zumindest etwas Abwechslung in den stumpfsinnigen Reiseverlauf bringen. Gerade die wiederholten Crash-Momente lassen erahnen, wofür ein Großteil des, gemessen an europäischen Verhältnissen, beachtlichen Budgets (angeblich mehr als 20 Millionen Euro) verwendet wurde. Flimmert der Abspann endlich über die Leinwand, drängt sich vor allem ein Gedanke auf: Coffre und Co hätten definitiv mehr Zeit und Geld in die Entwicklung ihres Drehbuchs stecken sollen.

Fazit: Alexandre Coffres "Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm" lässt so ziemlich alles vermissen, was eine witzige Roadmovie-Komödie ausmacht. Platte Gags, unsympathische Hauptfiguren und chargierende Darsteller sorgen nicht nur für reichlich Langeweile, sondern auch für handfeste Verärgerung. Schöne Landschaftsimpressionen und routinierte Actionszenen können daran nur wenig ändern.





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