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Mary - Königin von Schottland (2013)

Mary Queen of Scots

Kostümfilm nach dem Roman "Maria Stuart" von Stefan Zweig: Das Leben der schottischen Queen Mary im Spiegel ihrer inneren Auseinandersetzung mit ihrer Erzrivalin, der englischen Königin Elisabeth.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.3 / 5

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Die schottische Königin Mary (Camille Rutherford) ist in Frankreich aufgewachsen und hat dort den jungen Regenten geheiratet. Nach seinem frühen Tod kehrt Mary nach Schottland zurück. Auf dem englischen Thron sitzt nun ihre Kusine Elisabeth. Mary führt ständig einen inneren Dialog mit der unbekannten Verwandten, nach der sie sich wie nach einer Schwester sehnt. Ohne Elisabeth entmachten zu wollen, glaubt sie dennoch, dass ihr selbst die Krone Englands rechtmäßig zusteht.
Anders als die auf Ausgleich bedachte Katholikin Mary will ihr neuer Ehemann, Lord Darnley (Aneurin Barnard), den auch in Schottland erstarkenden Protestantismus gewaltsam bekämpfen. Mary bekommt einen Sohn und lädt Elisabeth als Patin zur Taufe des Kindes ein. Allerdings bezeichnet sie den Sohn als Thronfolger von Schottland und England und Elisabeth kommt natürlich nicht. Darnley verspielt das Vertrauen Marys, als er sie im Pakt mit intrigierenden Adeligen vorübergehend entmachtet. Mary verliebt sich in den Earl of Bothwell (Sean Biggerstaff). Weil ihr Mann bei einem mysteriösen Anschlag ums Leben kommt, kann sie Bothwell heiraten. Die neue Verbindung bringt aber das Volk und die Adeligen gegen sie auf, und sie muss Bothwell ziehen lassen, um das Schlimmste zu verhindern. Bis zu ihrem Tod am Schafott lebt Mary nun 19 Jahre als Gefangene von Königin Elisabeth.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der stimmungsvolle Kostümfilm des schweizerischen Regisseurs Thomas Imbach basiert auf dem biografischen Roman "Maria Stuart" von Stefan Zweig. Im Zentrum der Geschichte steht das innere Drama der schottischen Königin, in deren Gedanken ihre Kusine und Rivalin, die englische Königin Elisabeth, ständig präsent ist. In Wirklichkeit begegnen sich die beiden Herrscherinnen jedoch nie. Imbach malt das psychologische Porträt einer starken, aber isolierten jungen Frau. Die historische Ausstattung wird mit moderner Kameraführung und subjektiven Gestaltungsmitteln kontrastiert.
Die blutjunge schottische Königin hat in den politischen Wirren des 16. Jahrhunderts kaum Verbündete. Ihr Bruder Moray (Edward Hogg) und seine adelige Entourage, der glühende Protestant Knox (Tony Curran), ihr machthungriger Mann Darnley wollen alle den Kurs ihrer Regentschaft mitbestimmen. Mary wird entweder eingeflüstert, sie soll die englische Königin Elisabeth als ihre Feindin bekämpfen, oder aber im Gegenteil, sich nach deren Wünschen richten. Imbach zeichnet die schottische Regentin als idealistische Frau mit Herz, die sich in einem Haifischbecken bewegt. Ein harmonisches Miteinander schwebt ihr vor, zwischen Katholiken und Protestanten ebenso wie in der Beziehung zur geliebten Kusine, die sie in ihren inneren Monologen manchmal als Schwester bezeichnet. Mary versucht irgendwie die Quadratur des Kreises, denn gleichzeitig provoziert sie Elisabeth mit ihrem Machtbewusstsein und ihrem Stolz. Für einen Kostümfilm ist Marys Sprache erstaunlich emanzipiert: Ungerührt weist sie die Männer in die Schranken, die ihre Weiblichkeit als Schwäche auslegen wollen.
Stilistisch beweist der Film Experimentierfreude. Die Landschaftsaufnahmen stehen oft im Kontrast zur Atmosphäre, die die alten Kostüme, die Interieurs im Kerzenschein, die steinernen Wendeltreppen und die Reiter erwecken: Wie um das Gefühl der Bedrohung, des aufziehenden Unheils einzufangen, hastet die Kamera über karge Hügel, Moore und Küstenstreifen, ohne Halt zu finden. Die dissonanten, unheimlichen Klänge der Kompositionen von Sofia Gubaidulina lassen keinen Zweifel daran, wie unfrei und gehetzt sich die schottische Königin fühlen muss. In dieser bedrückenden Atmosphäre wirkt die jugendliche Anmut der Hauptdarstellerin Camille Rutherford nicht nur sehr verletzlich, sondern auch kühn. Marys an die abwesende Elisabeth gerichteten Worte und ihre gelegentlichen Halluzinationen spiegeln ihre Sehnsucht nach einem Ausweg aus den dunklen Zeiten. Das stimmungsvolle Porträt überzeugt gerade mit seiner subjektiven Interpretation dieser tragischen historischen Figur.

Fazit: Thomas Imbachs Porträt der schottischen Königin Mary kombiniert Elemente des klassischen Kostümfilms auf reizvolle Weise mit modernen Stilmitteln, um das Klima der Bedrohung, in dem sich die junge Regentin bewegte, spürbar zu machen.





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Land: Frankreich
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 120 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 20.11.2014
Regie: Thomas Imbach
Darsteller: Camille Rutherford als Mary, Sean Biggerstaff als Bothwell, Aneurin Barnard als Darnley
Verleih: One Filmverleih

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