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Ein Schotte macht noch keinen Sommer (2014)

What We Did on Our Holiday

Britische Komödie: Eine Familie mit drei Kindern besucht den Großvater in Schottland zum 75. Geburtstag. Die schwelenden Konflikte der Erwachsenen und die Kreativität der Kinder sorgen dafür, dass die Familie unrühmliche Schlagzeilen macht.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 7 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Abi (Rosamund Pike) und Doug (David Tennant) leben seit einiger Zeit getrennt in London. Damit sich Dougs krebskranker Vater Gordy (Billy Connolly) aber an seinem vermutlich letzten Geburtstagsfest nicht grämen muss, wollen Abi und Doug die Trennung und bevorstehende Scheidung geheimhalten. Die neunjährige Lottie (Emilia Jones) zückt bereits ihr Notizbuch, um sich all die Lügen zu notieren, die sie in Schottland erzählen sollen. Aber kaum sind sie angekommen, geht der Streit zwischen Abi und Doug in eine neue Runde. Der sechsjährige Mickey (Bobby Smalldridge) verplappert sich und der Großvater weiß Bescheid.
An seinem Geburtstag will der alte Mann mit den Kindern einen Ausflug machen, um der Hektik im Haus zu entfliehen. Dort kochen die Emotionen hoch, weil Dougs pedantischer Bruder Gavin (Ben Miller) und seine neurotische Frau Margaret (Amelia Bullmore) über 200 geladene Gäste erwarten. Gordy verbringt schöne Stunden am Strand mit den drei Enkeln, die es genießen, dass sich ihnen endlich mal jemand widmet. Aber dann stirbt Gordy – und weit und breit ist kein Erwachsener in Sicht. Was dann passiert, wird die Familie in die landesweiten Nachrichtensendungen bringen.

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Eine Familie, die auseinanderbricht, macht eine Reise zum Großvater, der nicht mehr lange leben wird. Die Stunden mit den Verwandten sind wie eine Berg- und Talfahrt, die allen neue Perspektiven eröffnet und das Herz wärmt. Wenn jemand aus solch einem Standardthema eine Komödie zu machen weiß, die mit Klischees herrlich unkorrekt aufräumt, dann wohl am ehesten die Briten. Die Einfälle, die die beiden Regisseure und Drehbuchautoren Guy Jenkin und Andy Hamilton hier präsentieren, sind einfach unglaublich und lassen die Komödie zu einem unvergesslichen Kinoerlebnis werden.
Abi und Doug stehen vor der Scheidung und streiten entsprechend häufig. Aber vor den Kindern spielen sie ihren Ärger herunter und lächeln in den unpassendsten Momenten. Lottie, ihr Bruder Mickey und die vierjährige Jess aber lassen sich nichts vormachen. Jess bekommt von den Eltern sowieso alles, was sie will, weil sie sonst einfach die Luft anhält, bis sie in Ohnmacht fällt. Sie sammelt sperrige Gegenstände, die sie nicht braucht, und ihr Bruder schwärmt ausgiebig für den nordischen Gott Odin – beides findet der Vater irgendwie problematisch. Aber weil die Eltern – und auch Dougs Bruder und Schwägerin, die beim Großvater leben – genug eigene Konflikte haben, sind die Kinder in Schottland ziemlich auf sich gestellt. Dort gibt es nur einen, der ihnen zuhört und mit ihnen gute Gespräche führt: Opa Gordie. Der coole Alte ist innerlich junggeblieben und fürchtet sich nicht vor kindlicher Fantasie. Der Großvater ist der Hauptquell für den trockenen Humor des Films, zumindest aus der Fraktion der Erwachsenen. Die wichtigsten komödiantischen Charaktere aber sind in dieser Geschichte die drei Kinder. Was sie tun und sagen, widerspricht so ziemlich allem, was man den lieben Kleinen normalerweise zutraut, und wirkt trotzdem absolut richtig. So ist der Film fast schon so etwas wie ein Märchen, ein von den Kindern initiiertes Abenteuer, das den Horizont der Erwachsenen einfach komplett übersteigt.
Vielleicht liegt es an der Freiheit, mit der speziell die Kindercharaktere improvisieren durften: Lottie, Mickey und Jess stoßen die erwachsenen Filmfiguren und die Zuschauer nach Herzenslust mit ihren Meinungen und Erkenntnissen vor den Kopf. Mickey erzählt seinen Geschwistern einmal, was er in einer TV-Sendung über tote Menschen erfahren hat: Mit ein-zwei Sätzen ist die gerne verdrängte Wahrheit aufs Tapet gebracht, dass selbst behütete Kinder nicht in einer heilen Welt aufwachsen, sondern sich mit Informationen herumschlagen, die sie gar nicht gut verarbeiten können. Die Dialogsätze der Kinder sind köstlich und lassen einen oft spontan auflachen, weil sie so verblüffend weitsichtig und ideenreich sind. Eine Komödie zum Staunen und Liebhaben, so unbekümmert wie ein Kinderstreich.

Fazit: Diese köstliche britische Familienkomödie lässt den Ideen ihrer Kinderfiguren freien Lauf und beweist mit trockenem Humor, dass die Kleinen mehr draufhaben, als Erwachsene oft glauben.




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Land: Großbritannien
Jahr: 2014
Genre: Komödie
Kinostart: 20.11.2014
Regie: Andy Hamilton, Guy Jenkin
Darsteller: Rosamund Pike als Abi, David Tennant als Doug, Billy Connolly als Gordy McLeod
Verleih: Tobis Film

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