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Mr. Holmes
Mr. Holmes
© Alamode Film © Die FILMAgentinnen

Kritik: Mr. Holmes (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Frei nach Mitch Cullins Roman "A Slight Trick of the Mind" erzählt der Film von einem alten Mann, der von Erinnerungen an vergangene Fehler und unglückliche Entscheidungen gequält wird und der gegen Ende seines Lebens versucht mit sich selbst ins Reine zu kommen. Sherlock Holmes wird grandios von Ian McKellen verkörpert. Doch leider vermag der Film nicht so recht zu fesseln. Der Fall, der als Aufhänger für die Rückblenden in Holmes' Hochzeit dient, ist eher uninteressant. Auch schreitet die Erzählung so bedächtig, wie der altersschwache Holmes voran. Des weiteren mag es auf dem Papier wie ein wirklich gute Idee klingen, dass "Mr. Holmes" einige Korrekturen zu der Legende vornimmt. Dinge, wie die "Tatsache", dass Holmes in Wahrheit lieber Zigarren pafft, als Pfeife raucht sind durchaus amüsant. Zugleich fragt man sich jedoch was so interessant daran sein soll, die fiktionalisierte Wahrheit eine fiktiven Person "richtig" zu stellen.

Auch wenn der Film im Nachhinein überwiegend sehr gute Kritiken erhalten hat, fiel die unmittelbare Reaktion bei der Pressevorführung auf der Berlinale sehr verhalten aus. Das makellose, aber auch nicht übermäßig interessante Drama wurde lediglich mit einem kurzen, höfliches Applaus bedacht. Interessanter als die Fiktion in der Fiktion in Form des Wühlens in einer verblassenden fiktiv-wahren Vergangenheit, ist die kleine, unaufgeregte Geschichte, die sich in der Gegenwart der Erzählung abspielt. Der einstige unwirsche, kalte Analytiker beginnt im Zuge seiner abnehmenden körperlichen und geistigen Kräfte, erstmals wirklich die ihn umgebenden Menschen wahrzunehmen und zu schätzen. Dabei zeigt sich, dass er seiner einfachen Haushälterin Mrs. Munro (Laura Linney) viel zu verdanken hat. Außerdem entpuppt sich Roger (Milo Parker), der kleine Sohn der sehr einfachen Frau, als ein äußerst kluges Kerlchen, der Holmes eine große Hilfe bei dessen "Suche nach der verlorenen Zeit" ist.

Fazit: "Mr. Holmes" ist ein recht interessantes und perfekt ausgeführtes Gedankenspiel, bei dem man sich am Ende aber trotzdem ein wenig fragt, was eigentlich genau der Punkt einer Verfilmung dieser kleinen Erzählung ist.




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