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Carmina o Revienta
Carmina o Revienta
© Cine Global Filmverleih

Kritik: Carmina o Revienta (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die spanische Komödie aus dem Jahr 2012 erzählt aus dem Leben einer einfachen Frau in einer Mischung aus Dokumentarstil und Sozialsatire. Das nur 71-minütige Werk von Regisseur Paco León wird in Deutschland im Rahmen der Filmtournee Cinespanol 3 gezeigt. Es gewann auf dem Filmfestival in Malaga 2012 den Spezialpreis der Jury und den Publikumspreis, außerdem ging der Preis für die beste Darstellerin an Carmina Barrios. Sie ist die Mutter des Regisseurs und von Maria León, die im Film ihre Tochter spielt. Ein Fortsetzungsfilm mit dem Titel "Carmina y amén" soll 2014 erscheinen.

Carmina stellt sich in ihrer Küche selbst vor. Sie erzählt von ihren Problemen und dem Gefühl, mit ihnen allein gelassen zu werden. Die Tochter und den Ehemann empfindet sie eher als Ballast, denn als Unterstützung. Wenn sich diese beiden später ebenfalls vorstellen, betrachtet man sie bereits mit ironischer Skepsis. Die Figuren wirken immer etwas komisch in ihren Versuchen, sich das eigene Verhalten schönzureden oder es zumindest als aus der Not geboren zu rechtfertigen. Zwischen den Monologen, die vor allem Carmina beisteuert, wird das Geschehen der vergangenen Wochen in Rückblenden erzählt. Carmina wirkt dabei regelrecht vom Pech verfolgt: ein Autodiebstahl, ein Autounfall der Tochter, der Schuldeneintreiber, ein zur äußeren Anwendung bestimmtes Medikament, das sie aus Unwissen schluckt.

Die Hauptfigur charakterisiert eine Kombination aus Schlitzohrigkeit und Leichtsinn. Oft manövriert sie sich selbst in schwierige Situationen, trifft Entscheidungen, die Fragen aufwerfen. Ihre moralische Ambivalenz lässt sie sehr authentisch erscheinen. Der Film hat etwas Possenhaftes, erinnert entfernt an ein Bauerntheater. Er hegt Sympathie für die Versuche der kleinen Leute, sich nicht übervorteilen zu lassen. Obwohl er zahlreiche Missstände aufzeigt, übt er nicht direkte Sozialkritik, sondern beschränkt sich darauf, das geschickte Lavieren der markanten, manchmal sogar abstoßenden Carmina zu bewundern. Das ist jedoch nicht spannend genug, um einen ganzen Film zu tragen. Außerdem wirkt der anekdotische Aufbau mit den vielen Pointen holprig und etwas unschlüssig.

Fazit: Die spanische Komödie "Carmina o revienta" porträtiert in realitätsnahen Anekdoten und mit possenhafter Satire eine schlitzohrige Frau aus Sevilla, die sich nicht unterkriegen lässt.




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