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Männerhort
Männerhort
© Constantin Film

Kritik: Männerhort (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Dass dem Mann die Rolle eines Erwachsenen mit gutem Benehmen gelegentlich zu eng werden kann, weiß das Kinopublikum nicht erst seit den "Hangover"-Filmen. In manchen Komödien darf sich das Kind im Manne zudem in einem fein mit Spiel- und Schlagzeug, sowie der neuesten Unterhaltungselektronik eingerichteten Hobbyraum austoben. Auf dieser Idee basiert auch das Theaterstück "Männerhort" des Deutsch-Isländers Kristof Magnusson, das als Vorlage für die gleichnamige Komödie der Regisseurin Franziska Meyer Price diente. Wenn Helmut, Eroll und Lars in ihrem Versteck im Heizungskeller auf dem Sofa sitzen und Pizza essen, können sie ihren Beziehungspflichten eine lange Nase drehen.

Aber die Frauen, die den Klagen der drei Männer zufolge in der Gesellschaft zu viel zu melden haben, dringen dennoch in dieses Refugium ein: Eroll bleibt für Connie nämlich telefonisch erreichbar und Lars braucht sein Handy auch, um unermüdlich neue Sexualkontakte anzubahnen. Die Handwerker, die draußen auf dem Dach Pause machen, hören über die Lüftung merkwürdige laute Geräusche, die sie an Sex oder eine Rauferei denken lassen. Aber was ist dann drinnen wirklich los? Die Männer verknäulen sich gerade wie Welpen im Spiel, was weniger spontan und ausgelassen, als wie eine linkische Übersprungshandlung aussieht. Die meiste Zeit ist in diesem Keller einfach nichts los, was an Spaß erinnert, die Männer wälzen hauptsächlich Probleme und Kummer. Die Handlung spielt zum Teil auch draußen, in den jeweiligen Beziehungskisten. Das macht eigentlich nur in einem einzigen Fall Sinn, nämlich bei Lars. Der aggressive Profilneurotiker sucht ständig Situationen, in denen er andere deckelt und nach Bewunderung giert. Wenn er mit seiner Frau zum Einkaufen fährt und einen Behindertenparkplatz besetzt, läuft er zur Hochform auf.

Man nimmt es diesen Männern kaum ab, dass sie wirklich befreundet und miteinander vertraut sind. Dazu sind sie schon als Typen zu verschieden: Während der Geheimniskrämer Helmut in seiner eigenen Welt schwebt, ist Eroll der von Connie schikanierte Gemütsmensch. Was sollte ein sexsüchtiger Möchtegern wie Lars an dieser Gesellschaft finden, und sie an ihm? Es gibt zwar auch hin und wieder netten Dialogwitz, aber meistens funktioniert das Timing nicht und die Inszenierung wirkt ratlos. Da ist zum Beispiel die Szene, in der Helmut und Lars auf dem einzigen Sofa im Raum zu schlafen versuchen. So etwas verlangt danach, den Slapstick genüsslich von der Leine zu lassen – aber Helmut und Lars sind nur halbherzig bei der Sache. Vor dem Fernseher würde man hier schnell mal gucken, was sonst gerade läuft, aber im Kino?

Fazit: Die Komödie über drei befreundete Männer, die sich in einem Heizungskeller von den Zumutungen der Außenwelt erholen und über ihre Beziehungen lästern, kommt nicht richtig in die Gänge und wirkt unbeholfen inszeniert.




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