oder

Wir sind die Besten (2013)

Vi är bäst!

In diesem schwedischen Jugendfilm lassen drei pubertierende Mädchen den totgesagten Punkrock wiederauferstehen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Schweden in den 1980ern: Punk sei tot, meinen Bobos und Klaras Mitschüler und hören lieber New Wave statt sich die Haare mit Seife stachelig zu formen. Doch die beiden pubertierenden Mädchen lassen sich davon nicht beeindrucken und ziehen trotzig ihr eigenes Ding durch: Die Siebtklässlerinnen verehren Bands wie KSMB und Ebba Grön, rebellieren scheinbar gegen alles und jeden und sind bei all dem selbstbewussten Getöse dem Kindesalter doch noch nicht ganz entwachsen. Ein eher kindischer Reflex ist es auch, der Bobo und Klara dazu bringt, eine eigene Band zu gründen – denn eigentlich wollten die unmusikalischen Mädchen nur einer verhassten Metalband den Proberaum im Jugendzentrum streitig machen. Doch als ihnen der Proberaum erst einmal zur Verfügung steht, beschließen die beiden mit ihrer Punkband auch ernst zu machen. Gemeinsam mit der Außenseiterin Hedvig werden sie zum Trio und erleben eine Zeit voller Konflikte, kleiner Revolutionen und jeder Menge Spaß.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Basierend auf dem Comic "Never Goodnight" seiner Ehefrau Coco hat der schwedische Regisseur und Drehbuchautor Lukas Moodysson diesen Feelgood-Film über drei Teenager gedreht. Wie schon in seinem gefeierten Erstlingswerk "Raus aus Åmål" (1998) ist er dabei ganz auf Augenhöhe mit seinen jugendlichen Protagonistinnen und zeigt deren Alltag mit einem feinen Gespür für Details und Zwischentöne.

Der Plot an sich ist dabei recht einfach und vorhersehbar geraten, Moodysson geht es aber auch gar nicht darum, eine große oder besonders originelle Geschichte zu erzählen. Lieber erkundet der Filmemacher mit aufmerksamen Blick das soziale Milieu seiner Heldinnen: Das Umfeld der drei Gymnasiastinnen im Schweden der 1980er wird dabei authentisch und realitätsnah porträtiert, bisweilen geht es hier auch ganz schön rau zu. Trotz der vielen Konflikte und einigen ernsten Momenten, die in "Wir sind die Besten" auftauchen, bleibt der Tonfall des Films aber stets leichtfüßig und humorvoll.

Neben dem gelungenen Soundtrack, der selbstverständlich überwiegend aus alten Punksongs besteht, sind es vor allem die jungen Hauptdarstellerinnen, die dafür sorgen, dass "Wir sind die Besten" ein mitreißendes Drama geworden ist. Ungekünstelt und mit einer lebhaften Energie verkörpern die Schauspielerinnen ihre Rollen: Zwischen kindlichem Weinen und jugendlichem Aufschrei sowie zwischen großer Verletzlichkeit und selbstbewusster Attitüde gelingt es ihnen, ebenso glaubwürdige wie komplexe Figuren zu erschaffen, deren Weg man gerne ein Stück begleiten will.

Fazit: Der humorvolle Jugendfilm überzeugt durch sein Gespür für Details und Zwischentöne und ist zudem großartig besetzt. Das Ergebnis ist ein authentisches Porträt einer Teenagerfreundschaft im Schweden der 1980er.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Wir sind die Besten

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Schweden
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 102 Minuten
Kinostart: 26.03.2015
Regie: Lukas Moodysson
Darsteller: Jonathan Salomonsson, Ann-Sofie Rase, Henrik Dahl
Verleih: Kulturprojektor, Frenetic Films AG

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.