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Cafe Ta Amon, King-George-Street, Jerusalem (2013)

Café Ta'Amon, King-George-Street, Jerusalem

Michael Teutsch stellt mit seinem Dokumentarfilm ein kleines Café in Jerusalem und dessen außergewöhnliche Geschichte vor.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Das Café Ta'amon in der King-George-Street in Jerusalem wirkt auf den ersten Blick unscheinbar: In einer Ecke sitzt der Besitzer Mordechai Kopp und liest in der Zeitung, sein muslimischer Mitarbeiter Hamis fegt den Boden und nur wenige Gäste sitzen an den vier Tischen bei Gebäck und Kaffee. Doch die Geschichte des Cafés ist weitaus bewegter und aufregender als der verschlafene Ort vermuten lässt. Bereits 1936 wurde das Ta'amon von aus Deutschland geflüchteten Juden eröffnet und lag bis 1966 genau gegenüber der Knesset, dem israelischen Parlament. Führende Politiker wie Golda Meir und Jitzchak Rabin kamen in den Mittagspausen vorbei, aber auch Oppositionelle und Radikale trafen sich bei Mordechai Kopp, um sich bei einer Tasse Kaffee oder einem Snack auszutauschen und zu debattieren. Besonders für die sozialistische Organisation Matzpen und die israelischen Black Panthers wurde das kleine Café zu einem wichtigen Treffpunkt, von dem aus politische Aktionen geplant wurden.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Das schmale Budget ist dem Dokumentarfilm "Café Ta'amon" rasch anzumerken: Der Ton ist leicht verrauscht, die Hintergrundgeräusche zu präsent und die wacklige Digitalkamera weckt Erinnerungen an die Urlaubsaufnahmen eines Touristen. Zugleich entsteht so aber auch eine unaufgeregte Vertrautheit mit diesem besonderen Ort, dessen alltägliches Treiben der Filmemacher Michael Teutsch vor dem Hintergrund der langen Geschichte des kleinen Cafés einfängt. Der Gedanke an eine oberflächliche Begegnung, wie Touristen sie machen, wird bald verdrängt, wenn der Film mit Neugier und Ausdauer den Menschen im Café zuhört und ihre Geschichten Stück für Stück zu einem bunten Mosaik zusammensetzt.

Ganz gewöhnliche Besucher, ehemalige linke Aktivisten, deutsche Anarchisten und auch Daniel Cohn-Bendit kommen in den zahlreichen Interviews zu Wort und erinnern sich vor allem an die späten 1960er Jahre in Israel und das politische Klima. Archivaufnahmen bereichern den Dokumentarfilm zusätzlich und schaffen ein lebendiges Gesellschaftsbild.

Die konventionelle Inszenierung und die vor sich hin plätschernde Dramaturgie trüben die im Grunde interessante Produktion hingegen beträchtlich und schaffen es nicht, Höhepunkte zu setzen. So wird "Café Ta'amon" mit voranschreitender Aufzeit immer ermüdender und erschöpft sich immer mehr in Wiederholungen und Redundanzen. Als Überblick über ein Stück israelischer Zeitgeschichte ist das dennoch sehenswert.

Fazit: Die interessante Produktion gibt vielfältige Einblicke in die israelische Gesellschaft der 1960er Jahre. Der Inszenierung gelingt es allerdings leider nicht Höhepunkte zu setzen und erschöpft sich mit voranschreitender Laufzeit in Wiederholungen.




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Land: Deutschland, Israel
Jahr: 2013
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 14.05.2015
Regie: Michael Teutsch
Darsteller: Mordechai Kopp
Verleih: Gmfilms

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