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Von Mädchen und Pferden (2013)

Spielfilm über eine Jugendliche in Schwierigkeiten, die zum Praktikum auf einen norddeutschen Reiterhof geschickt wird. Die lesbische Reitlehrerin und die Freundschaft zu einem Mädchen aus gutem Hause stärken ihr Selbstbewusstsein.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Die 16-jährige Alex (Ceci Chuh) kommt mit ihrer Adoptivmutter und in ihrem Alltag nicht mehr zurecht. Sie soll Drogen genommen und verkauft haben und kommt mit frischen Ritzwunden am Unterarm am Reiterhof Rickelsbüll an. Hier, an der Nordseeküste, soll sie nach dem Willen ihrer Adoptivmutter ein Praktikum absolvieren, um wieder Regeln und Strukturen zu akzeptieren. Mit Pferden hatte sie noch nie zu tun und das frühe Aufstehen fällt ihr schwer. Aber sie mistet die Ställe ordentlich aus und die Reitlehrerin Nina (Vanida Karun) zeigt ihr, wie man Pferde striegelt, ihnen das Zaumzeug anlegt und sie führt. Sogar reiten darf Alex. Die selbstbewusste, lesbische Nina imponiert Alex.
Als die reiche Jugendliche Kathy (Alissa Wilms) mit ihrem Pferd auf den Hof kommt, um Ferien zu machen, reagiert Alex zunächst misstrauisch und eifersüchtig. Denn Nina reitet mit Kathy aus, während sie den Stall ausmisten darf. Aber bald entdecken Alex und Kathy ihre Sympathien füreinander. Dann fährt Nina übers Wochenende zu ihrer Freundin nach Hamburg und die beiden Mädchen bleiben allein auf dem Hof zurück. Sie versprechen, sich um die Pferde zu kümmern. Zur Feier des Tages macht Alex eine Flasche Wodka auf...

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Mädchen lieben Pferde, Reiten und Ferien auf dem Ponyhof. Diese Tatsache wissen die Jugendbuch- und die Fernsehfilmbranche seit Generationen zu nutzen. Die feministische Filmemacherin Monika Treut ("My Father is Coming", "Die Jungfrauenmaschine") aber setzt einen Kontrast zum Mainstream, wenn sie mit diesem Coming-of-Age-Drama an ihre Jugenderinnerungen in Norddeutschland anknüpft. Ihr Film spielt sich in einer Enklave ab, in der Männer allenfalls am Rande vorkommen. Die Reiterinnen können ein naturnahes Lebensgefühl von Freiheit und Selbstbestimmung auskosten, wie es schon die Amazonen schätzten. Treut sagt, dass ihr im schwierigen Teenageralter "der intensive Kontakt zu den Pferden und Ponys und zu den gleichaltrigen Mädchen ein anderes Selbstbewusstsein gegeben" habe.
Also hat die Regisseurin mit ihrer Filmfigur Alex keine klischeehafte Umerziehungsgeschichte im Sinn. Zwar trägt die Hauptfigur anfangs eine Null-Bock-Attitüde zur Schau und reagiert eher verhalten auf den Alltag aus Arbeit, Disziplin und frischer Luft. Aber die Reitlehrerin Nina ist nicht nur fordernd, sondern auch positiv, vertraut Alex und lässt ihr persönliche Freiheiten. Man erwartet im Grunde ständig, dass das alles schiefgeht, dass Alex wie ein schwelender Vulkan irgendwann ausbricht. Der Film deutet eine solche Entwicklung auch an, gerade als die beiden Mädchen allein zurückbleiben und sich betrinken. Indem die Handlung mit Konventionen spielt und sich dennoch eingefahrenen Gleisen verweigert, entsteht ein spannender Suspense. Er wird durch die Wortkargheit und die beiläufigen Andeutungen von Problemen und Konflikten noch verstärkt.

Als Low-Budget-Film auf dem Hof Rickelsbüll nahe der dänischen Grenze gedreht, bekommt das Drama eine fast dokumentarische, minimalistische Qualität. Die Bauern spielen in Nebenrollen mit, das Drehbuch lässt Raum für Improvisation. Der Alltag mit den Pferden bildet das realitätsbezogene Zentrum, um das sich die menschlichen Beziehungen gruppieren. Die Wiesen, der Strand, der Himmel, die Schreie der Gänse, das Blöken der Schafe formen eine Naturkulisse, die den Atem befreit. Die Pferde schauen draußen aus nächster Nähe in die Kamera, als erwachten sie gerade aus einem Traum. Und Kathy und Alex bewerfen sich mit Heu, wälzen sich im Schlamm. Dass Nina lesbisch ist und sich zwischen Alex und Kathy eine romantische Anziehung andeutet, ist für die Geschichte an sich nicht unbedingt wichtig. Die sinnliche Qualität des Films trifft allgemein auf große Zurückhaltung bei der Figurenzeichnung. Vor allem Alex, aber auch Kathy sind nicht konturiert genug, um dem Publikum wirklich nahe zu kommen.

Fazit: Ein norddeutscher Reiterhof bildet den stimmungsvollen Schauplatz für die sinnliche, naturnahe, aber auch sehr verhalten erzählte Coming-of-Age-Geschichte, in der zwei Mädchen, eine Reitlehrerin und die Pferde weitgehend unter sich sind.







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Land: Deutschland
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 85 Minuten
Kinostart: 04.12.2014
Regie: Monika Treut
Darsteller: Céci Chuh, Ellen Grell, Vanida Karun
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH

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