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Big Game
Big Game
© Ascot © 24 Bilder

Kritik: Big Game (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die abgedrehte Genre-Mischung "Big Game" stammt vom finnischen Regisseur und Drehbuchautor Jalmari Helander, der mit seiner gefeierten Horror-Komödie "Rare Exports" 2010 erstmals auf sich aufmerksam machte. "Big Game" ist mit fast neun Millionen Euro Produktionsbudget der teuerste jemals in Finnland gedrehte Film, dessen Außenaufnahmen im letzten Jahr an der bayerischen Zugspitze stattfanden, da Helanders Heimatland nicht in dem gewünschten Maße über die benötigen Berg- und Hügellandschaften verfügt. In der Rolle des US-Präsidenten ist Samuel L. Jackson zu sehen, nach wie vor einer der umtriebigsten Darsteller überhaupt. Zusammen mit "Big Game" drehte er allein im vergangenen Jahr sechs Filme. "Big Game" zählt dabei zweifelsfrei zu den wahnwitzigsten und außergewöhnlichsten.

Das Werk gilt zwar als der teuerste je in Finnland gedrehte Film, wenn man dessen Budget aber allein mit den Kosten "kleinerer" Hollywood-Produktionen vergleicht, sind neun Millionen Euro freilich ein Witz. Außergewöhnlich ist, dass man dies dem Film mit seinen schimmernden Hochglanzbildern, den soliden Effekten und rasanten Stunts zu keinem Zeitpunkt ansieht. Das spricht für eine konsequente, hochprofessionelle und das geringe Budget sinnvoll ausnutzende Inszenierung und (Post-) Produktion. Allein der explosive Flugzeugabsturz ist derart rasant und glaubhaft geraten, dass er in ungläubiges Staunen versetzt. Ein eigener Darsteller im Film sind im Prinzip die rohen Berglandschaften und Hügel der Zugspitze, die im Film zur beeindruckenden finnische Natur werden.

Diese zeigt sich im Film als ganz eigene, raue Bedrohung mit ihren steilen Hängen und epischen Erhebungen und steht der Pracht der Landschafts-Aufnahmen in Survival-Thrillern wie "Auf Messers Schneide" oder "Cliffhanger" in nichts nach. Die Darsteller agieren allesamt solide: vom routinierten Samuel L. Jackson als redseliger Präsident über Onni Tommila als mutiger, mit Pfeil und Bogen bewaffneter Katness Everdeen-Verschnitt bis hin zu namhaften Nebendarstellern wie Ray Stevenson oder Jim Broadbent, deren schrullige Charaktere für einige Lacher gut sind. Auf eines muss jedoch noch verwiesen werden: Wer auf logische, nachvollziehbare Handlungen ohne Brüche und geerdete, glaubwürdige Figuren Wert legt, ist hier ganz sicher falsch: Die Story und Handlungsverläufe sind bei "Big Game" mindestens ebenso unglaubwürdig und skurril wie in Jacksons mittlerweile zum trashigen Kult-Film avancierten "Snakes on a plane".

Fazit: Turbulente, glänzend unterhaltende Action-Komödie mit reichlich Survival-Abenteuer-Anteil und wahnwitziger Story, deren geringes Budget zu keinem Zeitpunkt ersichtlich wird.




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