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Jonathan - ein Film von Piotr J. Lewandowski (2016)

Jonathan

Deutsches Drama um einen Sohn, dessen todkranker Vater ein tragisches Familiengeheimnis hütet.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Der 23-jährige Jonathan (Jannis Niewöhner) lebt auf dem Bauernhof seines Vaters Burghardt (André M. Hennicke) und seiner Tante Martha (Barbara Auer). Die Mutter starb vor vielen Jahren bei einem Autounfall, sein Vater hat nie von ihr erzählt. Jonathan kümmert sich liebevoll um Burghardt, der krebskrank ist und schon die zweite Chemotherapie über sich ergehen lässt. Aber der Vater verhält sich abweisend. Martha holt die Pflegerin Anka (Julia Koschitz) ins Haus, die im Umgang mit Sterbenden erfahren ist. Jonathan verliebt sich in die fröhliche, einfühlsame Frau, der es gelingt, die bleierne Schwere, die auf dem Hof lastet, ein Stück weit zu durchbrechen. Plötzlich taucht Ron (Thomas Sarbacher), ein Jugendfreund Burghardts, auf, der Martha einst das Herz brach. Burghardt genießt die Anwesenheit Rons, doch Jonathan reagiert eifersüchtig. Seine Ahnung, dass der Vater ihm etwas Wichtiges verschweigt, verdichtet sich allmählich zur Gewissheit.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Ein Vater-Sohn-Drama, eine Geschichte über Liebe und Leidenschaft, aber auch über das Sterben und Abschiednehmen: "Jonathan" von Regisseur und Drehbuchautor Piotr J. Lewandowski verbindet viele große Themen des Lebens und wirkt trotzdem ziemlich glaubhaft und realitätsnah. Der ruhige, sinnliche Film verfügt über komplexe, gut gezeichnete Charaktere und über starke Schauspieler. Im Mittelpunkt steht ein junger Mann, an dem das Leben vorbeizuziehen droht. Denn er sitzt, aus Zuneigung zu seinem krebskranken Vater, auf dem Bauernhof der Familie fest, der von den Zeitläuften längst abgehängt zu sein scheint. Auf unterschwellige Weise hält ihn auch die rätselhafte Verschlossenheit des Vaters gefangen, eine Bedrückung und Fremdheit, die dieser nie in Worte fasst. Doch dann bringt der nahende Tod des Vaters eine neue Dynamik in die Beziehung, befördert auch durch die Ankunft zweier weiterer Personen.

Vor allem erzählt das Drama von der Sterbebegleitung als einem Prozess, in dem alle Beteiligten einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt sind. Die Pflegerin Anka sagt, der Tod sei überwältigend, gibt Burghardt, der sich mit dem Sterben quält, aber auch den Rat, das Leben zuzulassen. So macht sie ihm, aber auch Jonathan Mut, sich nicht nur auf das Leid zu konzentrieren. Burghardt pendelt zwischen Klinik und Zuhause, die Erkenntnis, dass es keine längere Unbeschwertheit mehr geben wird, kerbt sich ein. Die Sinne geraten in Alarmbereitschaft, suchen in Äußerungen des Lebens und in menschlicher Nähe Trost. Die Kamera findet ausdrucksstarke atmosphärische Bilder, etwa wenn Jonathan und Anka nackt über die Wiese laufen, im Wald liegen. Oder wenn Burghardt ins Haus getragen wird und seine Hand die hohen Gräser streift, den Sommer en passant spürt. Zuweilen schießt der Film gerade mit Ankas Figur über das Ziel hinaus, dem Tod den Stachel zu nehmen, wenn sie banale oder flapsige Weisheiten von sich gibt. Aber die anderen Charaktere agieren differenziert und glaubhaft.

Jannis Niewöhner spielt Jonathan sehr spannungsgeladen als Figur mit zwei Gesichtern: Zum einen ist er ein selbstbewusster junger Mann, der flirten und scherzen kann, zum anderen wirkt er jedoch verletzlich und voller Wut, rebellisch wie ein James-Dean-Charakter. Das Familiengeheimnis jedoch, das eigentlich im Zentrum des Films stehen sollte, offenbart sich nur merkwürdig bruchstückhaft. Aber wahrscheinlich hätte noch mehr Drama auch nicht in diese eine Geschichte hineingepasst.

Fazit: In diesem atmosphärisch dichten Drama von Piotr J. Lewandowski tasten sich ein Sohn und sein sterbender Vater an ein Familiengeheimnis heran, das ihre Beziehung überschattet. Obwohl der sinnlich fotografierte Film mit seinen Themen Tod, Liebe, Leidenschaft und Schuld tendenziell überfrachtet ist, beeindrucken vor allem seine ruhige, emotional glaubhafte Schilderung des Abschiednehmens und Jannis Niewöhners spannungsgeladene Darstellung eines sensiblen Rebellen.




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FBW: besonders wertvollDer 23-jährige Jonathan pflegt aufopferungsvoll seinen krebskranken Vater Burghardt und bewirtschaftet zusammen mit seiner Tante Martha den Bauernhof der Familie in einem abgelegenen Tal. Die Situation ist angespannt: dem Vater geht es zusehends [...mehr]

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Land: Deutschland
Jahr: 2016
Genre: Drama
Länge: 99 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 06.10.2016
Regie: Piotr J. Lewandowski
Darsteller: Jannis Niewöhner als Jonathan, André Hennicke als Burkhard, Julia Koschitz als Anka
Verleih: farbfilm verleih

Zusatzinformation

Weltpremiere auf der 66. Berlinale 2016 in der Sektion Panorama

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