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Los Ángeles (2014)

Drama über einen jungen Dorfbewohner im Süden Mexikos, der sich von der Mitgliedschaft in einer Gang Vorteile für seine Zukunft als illegaler Arbeiter in Los Angeles verspricht.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

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Der 17-jährige Mateo (Mateo Bautista Matías) lebt in einem zapotekischen Dorf im Süden Mexikos. Weil er in Kürze mit Hilfe eines Schleppers nach Los Angeles gehen muss, um seine Familie zu unterstützen, tritt er im Dorf einer Gang bei. Sie verspricht den illegalen mexikanischen Arbeitern im Dschungel der kalifornischen Großstadt Schutz. Im Dorf verlangt das jugendliche Gang-Mitglied Danny (Daniel Bautista) von Mateo, sich einem Aufnahmeritual zu unterziehen: Er wird zusammengeschlagen, dann soll er die Kirche berauben und schließlich einen Mord begehen. In seiner Not ruft Mateo den Vater an, der wie so viele Männer aus dem Dorf schon lange in Los Angeles arbeitet. Aber der Vater hat sich von der Familie abgewandt. Mateo will aus der Gang aussteigen, aber der rachsüchtige Danny nimmt seinen jüngeren Bruder Donasiano (Donaciano Bautista Matías) ins Visier.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die Coming-of-Age-Geschichte aus dem Süden Mexikos erzählt davon, wie es ist, mit dem Traum von amerikanischem Wohlstand aufzuwachsen. Wie die meisten anderen Männer des Dorfes soll auch der Jugendliche Mateo als illegaler Arbeiter in die USA ziehen. Das erwarten sein Großvater und seine Mutter von ihm, weil die Familie das Geld braucht, das er ihnen schicken wird. Schon jetzt bestimmt Mateos Zukunft in Los Angeles sein Denken und seine Entscheidungen. Der Kontakt mit einer kriminellen Gang bringt ihn in eine Zwickmühle, aus der ihm niemand heraushelfen kann. Der amerikanische Regisseur Damian John Harper, der an der Münchner Filmhochschule studiert hat, gibt mit diesem Drama aus deutscher Produktion sein Spielfilmdebüt. Schauplatz der Handlung ist das Dorf Santa Ana del Valle, in dem Harper einst als Ethnologe arbeitete. Der Regisseur besetzte alle Rollen mit Bewohnern des Dorfes, die zur Bevölkerungsgruppe der indianischen Zapoteken gehören.

Im Grunde handelt es sich um einen Ensemblefilm, auch wenn Mateo im Mittelpunkt steht. Denn der Zusammenhalt und das gemeinschaftliche Leben im Dorf prägt die ganze Geschichte. Jeder ist stolz auf seine Angehörigen in Los Angeles und ihre Erzählungen vom dort erreichten Lebensstandard. Zur großen Fiesta aber kehrt Lidias (Lidia García) Sohn nicht wie erwartet zurück und bald erreicht sie ein alarmierender Anruf aus dem Gefängnis. Denn die Szene der illegalen Immigranten in Los Angeles wird von Gangs beherrscht, deren Einfluss auch im Dorf wächst und den Frieden bedroht. Offenbar aber hat all dies so gut wie nichts mit den mexikanischen Drogenkriegen zu tun. So ist die Gang im Dorf auch noch in einer Außenseiterposition, die Gemeinschaft weit davon entfernt, moralisch zu kapitulieren.
Die zentrale Figur des Mateo muss früh Verantwortung übernehmen, ohne darauf ausreichend vorbereitet zu sein. Eigene Interessen, etwa die zarten Liebesbande zur jungen Nachbarin, haben das Nachsehen. Die Laiendarsteller, die ihre persönlichen Erfahrungen in die Geschichte einbringen, sorgen für eine hohe Authentizität. Die Alltagssituationen wirken gut beobachtet, gerade auch weil sie nicht auf negative, dramatische Themen reduziert sind. Indem der Regisseur die meisten Charaktere mit Sympathie porträtiert, gelingt es ihm, Verständnis für ihre besondere Lage als Pendler zwischen den Kulturen zu wecken.

Fazit: Das Coming-of-Age-Drama eines mexikanischen Jugendlichen ermöglicht spannende und fundierte Einblicke in die Probleme eines Dorfes, aus dem viele Männer zum Arbeiten nach Los Angeles gehen. Die Dorfbewohner spielen sich weitgehend selbst, was dem Spielfilm eine besondere Authentizität verleiht.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvollEin Dorf im Süden Mexikos. Das Leben der Familien wird bestimmt durch die Abwesenheit von Männern, die in den USA arbeiten. Los Angeles ist die Stadt, wo sie Arbeit finden und gleichzeitig ein Ort der Hoffnung und des Verderbens. Leidtragende sind [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Mexiko, Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Drama, Krimi
Länge: 100 Minuten
Kinostart: 29.01.2015
Regie: Damian John Harper
Darsteller: Mateo Bautista Matías, Marcos Rodríguez Ruíz, Lidia García
Verleih: farbfilm verleih

ZusatzinformationAlles anzeigen

Das Drehbuch basiert auf 13 Jahren Freundschaft und Beobachtungen, auf wahren Geschichten und einem sehr realen kollektiven Kampf. Beinahe der gesamte Film wurde in dem kleinen Dorf Santa Ana del [...mehr] Valle gedreht. Dementsprechend setzt sich der ganze Cast aus lokalen Dorfbewohnern zusammen. Laien, die für ihre Rollen nicht auf eine Schauspielausbildung, sondern auf ihre einzigartigen persönlichen Lebenserfahrungen zurückgreifen und damit den verschiedenen Charakteren der Geschichte Lebendigkeit und Authentizität einhauchen. Der Film ist eine Darstellung des zapotekischen Überlebenskampfes in den bäuerlichen Tälern der Region Oaxaca im Süden Mexikos, porträtiert von den realen Menschen, die mit diesem Kampf jeden Tag konfrontiert werden.

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