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Amma & Appa - Eine bayerisch-indische Liebe (2014)

Amma & Appa

Dokumentarfilm über einen realen Culture Clash zwischen Indien und Deutschland: Amma & Appa - tamilisch für "Mutter und Vater" - erzählt die Geschichte zweier Ehepaare. Beide etwa im gleichen Alter, beide seit über 30 Jah­ren verheiratet, aber aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen: Bayern und Indien. Sie treffen aufei­nander, weil ihre Kinder sich ineinander verliebt ha­ben und einen Dokumentar­film über das Aufeinandertreffen der Kulturen drehen wollenKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

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Die Münchner Filmstudentin Franziska Schönenberger und der indische Kunststudent Jayakrishnan Subramanian lernen sich in Deutschland kennen und lieben. Beim ersten Besuch des Paars in Jays Heimatstadt in Tamil Nadu machen seine Eltern ihrem Unmut über diese Beziehung deutlich Luft. Für sie kommt nur eine arrangierte Heirat infrage, mit einer Frau aus der eigenen Kaste. Außerdem wollen sie, dass der Sohn mit seiner Ehefrau bei ihnen lebt. Auch für Franziska ist der Kulturschock bei diesem ersten Besuch groß: Insbesondere die tamilischen Hochzeitsbräuche lassen sie an ihrem Heiratswunsch zweifeln. Monate später kehrt die junge Frau nach Cuddalore zurück, gemeinsam mit ihren Eltern aus München. Jays Eltern haben ihr Haus extra für die ausländischen Gäste renoviert und sind sehr aufgeregt. Trotz aller Unterschiede in Mentalität und Sitten verstehen sich die beiden Elternpaare besser, als die Kinder befürchtet haben. Aber Jays und Franziskas Absicht, nach Deutschland zu gehen, macht Jays Mutter sehr traurig.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Eine Liebesheirat zwischen einer Münchnerin und einem Tamilen: Kann das gutgehen? Nein, lautet die kategorische Antwort der tamilischen Eltern, die für ihren Sohn bereits eine Braut aus der eigenen Kaste im Auge hatten. Die Filmstudentin Franziska Schönenberger und ihr Verlobter Jayakrishnan Subramanian haben ihre ersten Besuche bei seinen Eltern mit der Kamera begleitet. Den krönenden Höhepunkt des humorvollen, herzlichen und informativen Films bildet der Aufenthalt von Franziskas Eltern bei Amma und Appa – was auf Tamilisch Mutter und Vater heißt.

Der sehr persönliche Dokumentarfilm handelt weniger vom – mittlerweile verheirateten - Liebespaar selbst, als von den Vorstellungen der jeweiligen Eltern. Im ständigen Wechsel der Schnitte erfährt man, dass sowohl Franziskas, als auch Jays Eltern nicht aus Liebe heirateten, aber im Verlauf von über 30 Jahren Ehe eine tiefe Zuneigung zueinander entwickelten. Wenn Amma und Appa ihr Konzept der arrangierten Ehe erläutern, erkennt man das praktische Prinzip, nach dem sie ihr Leben im Einklang mit der Tradition ausrichteten: Sie sind überzeugt, dass es das Zusammensein einfacher macht, wenn sich Braut und Bräutigam kulturell und sozial nahestehen. Als Jay ihnen seine Verlobte vorstellt, reagieren sie harsch: "Wir hätten nie gedacht, dass du sowas tust", sagt Amma. Und Appa wirft Jay vor: "Unser Leben mit dir ist wie ein Film!" Der Culture-Clash verliert jedoch gerade in der unmittelbaren, menschlichen Konfrontation viel von seiner Schärfe, denn im Dialog wächst das Verständnis füreinander.

Der Humor der Inszenierung kommt am schönsten beim Besuch der deutschen Eltern bei Amma und Appa zur Geltung. Als Gastgeber sind die Tamilen sorgsam bemüht, freundlich, tolerant und entgegenkommend zu sein. Aber wenn sie sich auf Tamilisch unterhalten, was der Film in Form von Untertiteln übersetzt, zeigen sich oft lustige Unsicherheiten und Bedenken. Manchmal müssen die Elternpaare selbst lachen: Das menschliche Miteinander klappt erstaunlich gut. Auf diese Weise bekommt man als Zuschauer viel mehr Einblick in eine fremde Kultur, als es ein Dokumentarfilm üblicherweise leistet.

Die Kamerabegleitung der wichtigen, ungestellten ersten Begegnungen und die Impressionen vom Leben in den Straßen schaffen eine unmittelbare, authentische Atmosphäre. Kleine Animationen und Collagen kommentieren das Geschehen: Da sieht man zum Beispiel, wie Jays Eltern ihn aus einem Bierkrug fischen, weil sie Angst haben, er könnte in Deutschland Alkoholiker werden. Mit traumwandlerischer Sicherheit und sehr viel Spaß geleitet dieser Film den Zuschauer aus dem Labyrinth kultureller Vorurteile.

Fazit: Der humorvolle und sehr persönliche Dokumentarfilm eines jungen deutsch-tamilischen Liebespaars über den Clash of Cultures, den es den Eltern beschert, räumt spielend leicht mit Vorurteilen und Vorbehalten auf.




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Land: Deutschland
Jahr: 2014
Genre: Dokumentation
Länge: 89 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 04.09.2014
Regie: Franziska Schönenberger, Jayakrishnan Subramanian
Verleih: Zorro Film

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