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Ex Machina
Ex Machina
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Ex Machina (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Ex-Machina" ist das Regiedebüt von Alex Garland, der bisher vor allem durch seine Drehbücher auf sich aufmerksam machte. So war er bei der Entwicklung von Plots zuständig, die später u.a. als "28 days later" oder Sci-Fi-Reißer "Sunshine" mit Cillian Murphy verfilmt wurden. Das Science-Fiction-Genre ist Garland somit nicht fremd. Der Filmtitel geht zurück auf den lateinischen Ausspruch "Deus Ex Machina”, was auf Deutsch so viel heißt wie "Gott aus der Maschine”. In seinem kühl-bedrohlichen, kammerspielartigen Filmdebüt wirft Garland einige der wichtigsten Fragen der Menschheitsgeschichte auf.

Im Zentrum des futuristischen Films stehen grundlegende Fragen, die bereits unzählige Wissenschaftler durch alle Dekaden hindurch zum Verzweifeln brachten, wie etwa: Was macht den Menschen aus? Was macht ihn zum Menschen? oder: Worin unterscheidet er sich eigentlich von Maschinen, oder genauer, von menschenähnlichen Androiden? Der Antwort auf diese Frage spürt Regie-Neuling Garland in erster Linie im Bereich des Emotionalen nach. Worin unterscheidet sich der Mensch von der Maschine, wenn es um solch zentrale Dinge wie Bewusstsein und Sexualität geht? Denn diese erwacht allmählich auch in Caleb, je länger er mit der mysteriösen aber wunderschönen Roboterfrau Ava Zeit verbringt.

Herausragend ist die ständig präsente Stimmung der Bedrohung und des in der Luft liegenden Unheils. Diese gefahrvolle Stimmung und drückende Atmosphäre schafft Garland vor allem durch seine unterkühlten, ausgebleicht-monochromen Bilder. Der optisch größte Kontrast ergibt sich beim privaten Anwesen (das steril wirkende Anwesen kommt ohne viele Möbel oder Ausstattung aus) von Firmenchef Nathan, dessen cool gestylter Bungalow in die umgebende Natur bzw. üppige Berg-Wald-Kulisse integriert und untrennbar mit ihr verbunden ist. Ein Sinnbild: das Alte verwoben mit dem Neuen, wobei sich beides bedingt und nicht ohne einander auskommen kann. Eine Botschaft, die sich im Übrigen durch den kompletten Film zieht. Darüber hinaus ist der Film sehr reduziert gehalten, extrem beschränkt auf das Wesentliche, was sich nicht nur in der Visualität sondern auch der Musik und freilich auch dem minimalistischen Plot zeigt.

Am Ende bleibt ein in Stimmung und Bildästhetik hochklassiger Film, der für Philosophen und Sci-Fi-Fans ebenso interessant sein dürfte wie für Freunde abseitiger, komplexer Gedankenspiele.

Fazit: Optisch konsequent durchgestylter, prickelnder Science-Fiction-Film mit dunkel-bedrohlicher Stimmung sowie interessanten Gedankenspielen und klugen Einfällen.





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