VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Ai Weiwei: The Fake Case
Ai Weiwei: The Fake Case
© mindjazz pictures

Kritik: Ai Weiwei: The Fake Case (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"The Fake Case" ist der zweite Dokumentarfilm über den chinesischen Künstler und Menschenrechtler Ai Weiwei, der innerhalb kurzer Zeit in die deutschen Kinos kommt. 2012 gab es den Film "Ai Weiei - Never sorry", der den Chinesen, der sich seit Jahren unter Einsatz seines Lebens für ein besseres China stark macht, bei seinem Kampf für die Einhaltung der Menschenrechte in China zeigte. Der Film endete mit der Verhaftung des Künstlers im April 2011 durch chinesische Autoritäten. In der Folge verbrachte Ai Weiwei 81 Tage an einem unbekannten Ort in Gefangenschaft.

"The Fake Case" setzt unmittelbar nach seiner Freilassung ein und zeigt, wie Ai Weiwei - trotz massiver Repressionen gegen ihn - an seinem Kampf für Gerechtigkeit und gegen die chinesische Regierung festhält. Der Film ist ein erschütterndes Zeit-Dokument, das nachhaltig vor Augen führt, in welchem Zustand sich das Land China befindet und wie weit es nach wie vor von einer gerechten Demokratie entfernt ist. "The Fake Case" von Regisseur Andreas Johnson zeigt den Künstler in seinem privatesten Raum und verheimlicht zudem nicht, wie nah Ai Weiwei im Zuge der Beschattung und Gerichtsverfahren gegen ihn eigentlich vor dem Zusammenbruch stand.

"The Fake Case" ist eine fesselnde Doku, die auf nachhaltige Weise den Alltag eines Menschen vor Augen führt, der der Willkür des Staates ausgesetzt ist und rund um die Uhr überwacht wird. Dabei beobachtet Regisseur Johnson Ai Weiwei immer wieder bei ganz alltäglichen Dingen, beim Zeitunglesen, im intimen Gespräch mit seiner Mutter oder auch beim Interview mit Journalisten. Dass Johnson komplett darauf verzichtet, die Gegenseite, sprich: die Regierung, zu Wort kommen zu lassen, ist dabei nur konsequent, schließlich weiß man ob der wirklichkeitsfernen Ansichten, steinzeitlichen Methoden und unterdrückenden Vorgehensweisen des Staatsapparates, dem hier nicht noch ein weiteres Forum geliefert werden soll.

Hier und da hätte man sich vielleicht den ein oder anderen einordenden Off-Kommentar gewünscht, alles in allem erklären sich die Bilder, Szenen und O-Töne aber zumeist von selbst.

Fazit: Mitreißende, facettenreiche Doku über den bemerkenswerten, mutigen Künstler Ai Weiwei, der auch von menschenverachtenden Repressionen der diktatorischen chinesischen Regierung nicht kleinzukriegen ist.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.