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Stratos - The Storm inside
Stratos - The Storm inside
© Real Fiction

Kritik: Stratos - The Storm inside (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das griechische Thriller-Drama "Stratos" ist zu Beginn fast quälend langsam und wirkt deshalb mit seiner Laufzeit von 137 Minuten eindeutig überlang. Die erste Stunde über passiert kaum etwas. Ein langer Dialog reiht sich an den nächsten. Genauer gesagt handelt es sich zumeist um ausschweifende Monologe von wechselnden Gesprächspartnern, die Stratos stoisch über sich ergehen lässt. Inhaltlich wird dabei in der Regel wenig mitgeteilt. Dafür vermittelt sich ein schier unglaublicher, archaischer Machismo und ein Nihilismus, der sich auch in einer extrem beeindruckenden Dichte an derben Schimpfwörtern niederschlägt. Doch Stratos lässt den beständigen Schauer an Fäkalwörtern unbeeindruckt auf sich einprasseln und schweigt.

Stratos ist definitiv kein Mann der großen Worte. Aber als er sieht, dass für ihn die Zeit zu Handeln gekommen ist, schreitet er ebenso stoisch, wie unbeirrbar zur Tat. Die Bosse mögen denken, dass er wenig sagt, weil in seinem Kopf wenig vorgeht. Doch Stratos ist ein genauer Beobachter, der die Dinge recht schnell mit allen Konsequenzen durchdenkt und nur dann handelt, wenn das dabei zu erwartende Ergebnis es in seinen Augen wert ist. Mit diesen müden Augen beobachtet er eine griechische Gesellschaft, die während seiner Zeit im Gefängnis aufgrund der Wirtschaftskrise vollkommen vor die Hunde gekommen ist. Ironischerweise ist somit ausgerechnet ein Profikiller die letzte moralische Person in dieser von einem radikalen Werteverlust erfassten Welt.

Fazit: Der zu Beginn sehr zähe Film entpuppt sich letztendlich als ein faszinierender, existentialistischer und nihilistischer Thriller und als ein bitter-böser Kommentar zu dem durch die Krise verursachten Werteverlust der griechischen Gesellschaft.




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