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Oktober November (2013)

Österreichisches Familiendrama: Der schwere Herzinfarkt ihres Vaters führt die erfolgreiche Schauspielerin Sonja zurück ins elterliche, lang schon geschlossene Gasthaus in den Alpen. Hier wohnt neben ihrem Vater auch ihre Schwester Verena mit ihrer Familie. Durch Sonjas Rückkehr sind die beiden sehr gegensätzlichen Schwestern gezwungen, ihr Verhältnis neu zu definieren und verdrängte Familiengeheimnisse aufzuarbeiten...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.8 / 5

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Sonja (Nora von Waldstätten) und Verena (Ursula Strauss) sind zwei unterschiedliche Geschwister, die im elterlichen Hotel in den österreichischen Bergen aufwuchsen. Seit dem Tod der Mutter vor einigen Jahren ist das Hotel jedoch außer Betrieb. Es wird nur noch von Verena, ihrem Mann, dem Sohn und dem verwitweten Familienoberhaupt (Peter Simonischek) bewohnt. Die aufbrausende Sonja hingegen hat sich im weit entfernten Berlin eine erfolgreiche Karriere als TV-Schauspielerin aufgebaut. Doch obwohl Verena das private und Sonja das berufliche Glück gefunden haben, sind beide Frauen nicht wirklich glücklich und ausgefüllt. Etwas fehlt ihnen, das sie nicht beschreiben können. Nach Jahren der Abwesenheit kehrt Sonja wieder zurück nach Hause, als ihr Vater nach einem Herzinfarkt im Sterben liegt. Für Sonja ist die Reise nicht nur eine Wiederkehr in die beschauliche Heimat mit verdrängten Erinnerungen. Die beiden Schwestern sind auch gezwungen, ihr Verhältnis zueinander neu zu definieren.

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Oktober November - v.l. Verena (Ursula Strauss),...tten)Oktober November - v.l. Sonja (Nora von Waldstätten),...Koch)Oktober November - Sonja (Nora von Waldstätten)Oktober November - Nora von Waldstätten und Götz Spielmann


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der österreichische Regisseur und Drehbuchautor Götz Spielmann ist hierzulande längst kein Unbekannter mehr. Mit seinen beiden Werken "Antares - Studien der Liebe", einem hochemotionalen Drama von 2004, und dem für einen Oscar nominierten Thriller-Drama "Revanche" vier Jahre später, machte sich der 53-Jährige einen Namen als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autorenfilmer. Seinen Status als Regisseur, der vordergründig scheinbar einfachen Geschichten und minimalistischen Handlungen Tiefe und Emotionalität verleiht, untermauert er mit seinem neuesten Film, dem Familien-Drama "Oktober November". Der nachdenkliche, stringent inszenierte Film ist ein sehenswertes Drama mit starken darstellerischen Leistungen, das sich zudem nicht schwierigen und komplexen Themen wie Tod und geschwisterlicher Eifersucht verschließt.

"Oktober November" ist nur auf den ersten Blick ein einfach gestrickter Film mit linearer Erzählweise und einer Handlung, die sich in einem Satz zusammenfassen lässt. Je länger der Film dauert, desto klarer wird, wie reichhaltig und verworren eigentlich die von Regisseur Spielmann angeschnittenen Themen und Problemstellungen sind. Zunächst einmal ist "Oktober November" ein Film über die Beziehung zweier Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein könnten und dementsprechend verschiedene Lebensentwürfe vorzuweisen haben. Darüber hinaus ist der Film aber auch ein gefühlsbetontes Drama über eine zerrissene Familie, ein lange gehütetes Familiengeheimnis, den Prozess des Sterbens und schließlich den Tod. Der Film wird dabei bevölkert von mitunter schwer zu fassenden, vielschichtigen Charakteren, die von den Darstellern ausnahmslos herausragend verkörpert werden.

Besonders großes Lob gebührt den beiden Hauptdarstellerinnen Nora von Waldstätten und Ursula Strauss, die die beiden Schwester spielen, deren Verhältnis alles andere als leicht ist. Beide Frauen scheinen - auf den ersten Blick - zumindest im privaten und beruflichen Bereich alles erreicht zu haben. Auf der einen Seite steht Sonja, die nur ihren eigenen beruflichen Erfolg im Kopf und es in Berlin zu einer beachteten Schauspielerin gebracht hat. Auf der anderen Seite Verena, die sich ihr Leben lang für die Familie aufgeopfert und ihrer Lieben wegen auf ein besseres Leben an der Seite eines attraktiven Arztes (nüchtern verkörpert von Sebastian Koch) verzichtet hat. So mannigfaltig die Schwestern und deren Lebenswege sind: die Tatsache, dass sie sich selbst kaum kennen und wenig Gespür für ihre eigene Identität haben, eint sie wiederrum. Regisseur Spielmann lässt sich viel Zeit, um die beiden Charaktere ausführlich einzuführen und deren Wesen in kleinen Gesten und kurzen Szenen nuancenartig deutlich werden zu lassen. Wunderschön fotografiert sind zudem die atmosphärischen, nebelverhangenen Bilder der umgebenden österreichischen, vereinzelt mit Schnee bedeckten Hügel und epischen Berglandschaften, die sinnbildlich für die Vergänglichkeit und Melancholie des Lebens stehen.

Fazit: Herausragend gespieltes, ruhig erzähltes Familien-Drama mit prachtvollen Natur-Bildern und einigen Antwort-Versuchen auf die wesentlichen, zentralen Fragen des Lebens.




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Land: Österreich
Jahr: 2013
Genre: Drama
Länge: 114 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 12.06.2014
Regie: Götz Spielmann
Darsteller: Jörn Hentschel als Taxifahrer, Sebastian Hülk als Jan, Sebastian Koch
Verleih: MFA Film

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