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Antboy 2 - Die Rache der Red Fury
Antboy 2 - Die Rache der Red Fury
© MFA Film © Die FILMAgentinnen

Kritik: Antboy - Die Rache der Red Fury (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Erwachsene Comic-Helden wie Superman und Spider-Man mussten sich ja auch nicht mit einem einzigen Filmabenteuer begnügen – warum sollte das bei einem Superjungen anders sein? Der dänische Regisseur Ask Hasselbalch legt also nach dem Erfolg seines Erstlings "Antboy – Der Biss der Ameise" aus dem Jahr 2013 nach. Diesmal bekommt Pelle, der im schwarzen Kostüm und gestärkt durch den Verzehr von Süßigkeiten Diebe und Rowdies in die Flucht schlägt, Konkurrenz von einer Mitschülerin. Sie kann sich unsichtbar machen und nutzt diese Fähigkeit ausgerechnet, um sich an Pelle zu rächen. Damit durchzieht den zweiten Film der geplanten Trilogie eine düstere, an Geistergeschichten anknüpfende Thematik. Das Ergebnis ist nicht mehr ganz so lustig und charmant wie der erste Teil, aber der Hauptcharakter überzeugt ein weiteres Mal mit der Kombination aus Superkraft und kindlicher Unschuld.

Die von den anderen verspottete Brillenträgerin Maria erträgt die Demütigung auf der Schulparty nicht gut, aber zum Glück auch nicht ganz so schlecht wie Stephen Kings unvergessliche "Carrie". Maria schneidert sich einen Tarnumhang und wird zu Red Fury, die Pelle fortan dazwischenfunkt, um ihn bloßzustellen. Es ist ein wenig schade, dass Maria über weite Strecken auf diese Rolle der bösen Rächerin reduziert bleibt und als Charakter erst am Schluss eine Entwicklung durchmacht. Wenn Dinge wie von Geisterhand bewegt werden und eine verfremdete Stimme erklingt, wirkt das aus Kinderperspektive schon recht gruselig, zumal viele Szenen auch im unheimlichen, verlassenen Haus des Superschurken Floh spielen. Aber Pelles nerdiger Freund und Helfer Wilhelm weiß, welche Gadgets man braucht, um auf Geisterjagd zu gehen.

Für witzige Szenen sorgt an erster Stelle die altersgemäße Parallelgeschichte, in der Pelle, Ida und in gewisser Weise auch Wilhelm und Maria Teenager sein dürfen, hormongesteuert, unsicher, eifersüchtig. Um zu sehen, was seine Ida nach der Schule so treibt, nutzt Pelle natürlich sein Antboy-Kostüm und krallt sich wie ein Rieseninsekt am Baumstamm vor ihrem Haus fest. Das sieht weniger cool, als urkomisch aus. Zum gutmütig-kindlichen Gesichtsausdruck des Darstellers Oscar Dietz passt die Offenheit Pelles, wenn er über seine Ratlosigkeit in Herzensdingen spricht. Stellenweise wirkt die Geschichte etwas in die Länge gezogen. Manchmal entstehen dabei aber auch diese reizvollen amateurhaften Momente, in denen man den Darstellern buchstäblich beim Spielen zusehen kann.

Fazit: Das zweite Abenteuer des dänischen Jungen Pelle, der als Superheld mit gesteigerten Ameisenkräften das Böse bekämpft, ist nicht mehr ganz so charmant und lustig wie das erste. Der düstere Grusel, den ein rachsüchtiges Mädchen umgibt, wird jedoch mit den humorvoll geschilderten Pubertätsnöten Pelles kontrastiert. So entsteht erneut eine reizvolle Mischung aus kindlicher Naivität und Fantasy-Action.




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