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Angélique -  Eine große Liebe in Gefahr
Angélique - Eine große Liebe in Gefahr
© Tiberius Film

Kritik: Angélique - Eine große Liebe in Gefahr (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Film beruht auf den ersten vier Angélique-Romanen der französischen Autorin Anne Golon, die sich ab den 50er-Jahren vor allem in ihrem Heimatland als Verkaufsknüller erwiesen. Erschien der erste Teil bereits 1956, sind bis heute 13 Romane über das Leben und Lieben der jungen Adeligen auf den Markt gekommen, die sich knapp 150 Millionen mal verkauft haben. Von 1964 bis 1968 verfilmte Regisseur Bernard Borderie bereits einige Male - höchst erotisierend - die Geschichte, in der Michèle Mercier die Hauptrolle spielte. In dieser Zeit entstanden vier Filme, die von Autorin Golon jedoch kategorisch abgelehnt wurden. Weitaus zufriedener zeigte sich die Angélique-Schöpferin mit der neuesten Version des Filmemachers Ariel Zeitoun. Auch wenn sein Film inhaltlich überfrachtet ist, bietet sein klassische Mantel- und Degen-Drama gefühlvolle Unterhaltung auf hohem Niveau.

"Angélique" veranschlagte rund 15 Millionen Euro an Produktionskosten, was im Vergleich zu thematisch und zeitlich ähnlich angelegten Filmen wie z.B. der "###f- 2987155 ### "-Neuinterpretation von 2011 wie ein günstiges europäisches Schnäppchen anmutet. Dementsprechend sieht man dem Film sein vergleichsweise geringes Budget auch an: die Kulissen sind bei weitem nicht derart prachtvoll und authentisch wie in der Hollywood-Produktion von Paul W. S. Anderson, ebenso kann der Film hinsichtlich der digitalen Effekte und der optischen Schauwerte insgesamt nicht mit den großen Blockbuster-Produktionen mithalten. Darum ging es den Machern dieser Angélique-Neuverfilmung aber auch gar nicht: sie wollten vielmehr ein dem Geiste der Original-Bücher entsprechendes, klassisches Kostüm-Drama entwerfen, das vor allem die emotionalen und romantisierenden Elemente hervorhebt. Und das ist ihnen gelungen.

Inhaltlich verhebt sich Regisseur Ariel Zeitoun das ein oder andere Mal, da seine Handlung von Ereignis zu Ereignis stolpert, ohne einen deutlichen roten Inhalts-Faden erkennen zu lassen. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass Zeitoun hier Elemente aus den ersten vier (!) Romanen aus der Reihe in seinen Film gepackt hat - entsprechend wendungs- und abwechslungsreich ist die Handlung. Weniger wäre hier mehr gewesen. Andererseits sorgt diese inhaltliche Vielfalt, oder vielmehr Überladung, auch dafür, dass kaum Langeweile aufkommt und sich die 115 Minuten Laufzeit als sehr kurzweilig erweisen. Es gibt spektakuläre Fecht-Duelle, viel Tempo, unerwartete Wendungen, eine Menge Gefühl und gute Darsteller. Insofern kommt die 2014-Version der etwas angestaubten Figur der Angélique extrem amüsant und erheiternd daher. Ob die Story im modernen Internet-Zeitalter jedoch ähnlich viele Mädchen-Herzen wie vor 50 Jahren brechen wird, bleibt abzuwarten.

Fazit: Inhaltlich überladene, aber extrem amüsante und kurzweilige Neuinterpretation einer literarischen Kult-Figur.





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