oder

Tour du Faso (2014)

Deutsch-Französische Doku über das von der Tour de France inspirierte Radrennen Tour du Faso, das alljährlich in Burkina Faso stattfindende zweitgrößte Sportevent Afrikas.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Geschichte von drei Außenseitern bei der Tour du Faso, dem größten Radrennen Afrikas quer durch die sandige Wüste. Inmitten des Widerspruchs zwischen europäischem Perfektionismus und afrikanischer Realität kämpfen deutsche Amateur-Abenteurer, französische Ex-Profis und afrikanische Lokalmatadoren leidenschaftlich um die Verwirklichung ihrer Träume. Der Film legt den Fokus dabei aber nicht auf die Frage nach dem Sieger – vielmehr stehen die Erfahrung und das Erleben im Mittelpunkt.
Die Tour du Faso ist ein "Mythos" unter Radsportfans und Rennfahrern auf der ganzen Welt. Zwar ist das Rennen die Adaption des europäischen Vorbildes "Tour de France", es hat sich aber in diesem Prozess einen ur-afrikanischen Charakter als "gescheiterte", aber viel sympathischere Kopie des europäischen Originals bewahrt. So fährt man teilweise auf Sandpisten, die Werbekarawane besteht aus zwei Jeeps und einem handbemalten "Palmolivebus" und die Werbespots laufen nicht etwa auf Videowürfeln, sondern werden von Laiendarstellern live im Ziel aufgeführt.

Bildergalerie zum Film

Tour du FasoTour du FasoTour du FasoTour du FasoTour du FasoTour du Faso


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der neueste Film des Regisseurs und Dokufilmers Wilm Huygen befasst sich mit einem der größten Sportereignisse des afrikanischen Kontinents, das im Westen bisher kaum mediale Beachtung fand: die "Tour de Faso", das afrikanische Pendant zum bedeutendsten Radrennen der Welt, der Tour de France. "Tour du Faso" begleitet drei Amateur-Radrennfahrer, macht deren Motivation und persönliche Ziele deutlich und zeigt auf, das es bei dem Radrennen primär nicht ums Gewinnen, sondern um das Dabei-sein geht. Dies und die Tatsache, dass der Film voller hübscher Impressionen und Szenen von der weitgehend unberührten afrikanischen Landschaft steckt, machen "Tour du Faso" sehenswert.

Die Tour du Faso ist die alljährliche Radrennrundfahrt durch das westafrikanische Land Burkina Faso, die erstmals 1987 stattfand. Für Afrika hat das Rennen eine ähnlich große Bedeutung wie die Tour de France für den europäischen Kontinent. Die über 1200 km, die die Fahrer in zehn Etappen bewältigen müssen, sind berüchtigt für ihre extrem sandigen, hügeligen Wüstenwege, die von den Sportlern enorm viel Durchhaltevermögen und Kraft einfordern. Im Gegensatz zur Tour de France, die von medialem Trubel, technischer Perfektion und viel Geld bestimmt ist, ist die Tour du Faso vielmehr ein Zusammentreffen skurriler Persönlichkeiten und Paradiesvögel, die ihr großes Ziel bereits mit der erfolgreichen Teilnahme an der vor Originalität sprudelnden, nicht kommerziellen Riesenveranstaltung erreicht haben.

Laut Produzent Jonas Katzenstein soll der Film auch als "Parabel über die Beziehung zwischen Europa und Afrika" dienen. In der Tat macht der Film die unterschiedlichen Herangehensweisen und Motivationen der Fahrer aus verschiedenen Ländern deutlich. Während z.B. die Sportler des Teams aus Burkina Faso einfach nur glücklich sind, überhaupt dabei sein und diesem Großereignis beiwohnen zu dürfen, nehmen die deutschen Fahrer das Rennen schon wesentlich ernster und akribischer. Ihnen geht ein bisschen die Gelassenheit und der sympathischen Humor ab, der die afrikanischen Sportler auszeichnet. Aber genau diese kleinen Beobachtungen sind es, die den Unterschied machen zwischen den einzelnen Nationen und deren Kultur. "Tour du Faso" zeigt dabei nicht nur die persönliche Motivation der Radfahrer, sondern fängt auch ihre innersten Sehnsüchte, Gedanken und Erinnerungen ein.

Auch fürs Auge bietet der Film eine ganze Menge: Kameramann Andreas Köhlers Bilder sind eindrucksvoll und voller Pracht. Sie zeigen Szenen, die dem westlichen (Sport-) Publikum bis heute weitestgehend verborgen blieben: Zu sehen sind gequälte, beißende Amateur-Sportler, die oft dem Zusammenbruch nahe sind, wobei die Schön- und Erhabenheit der umliegenden Natur für einen Großteil dieser Qualen sicher wieder entschädigt: Sie passieren endlose Wüstenlandschaften, flache und staubige Savannen und meilenweit reichende Straßen, die von Ziegen, Hühnern und Bauern bevölkert werden.

Fazit: Spannender Einblick in ein für westliche Zuschauer weitgehend unbekanntes sportliches Großereignis mit spektakulären Impressionen der afrikanischen Landschaften.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Tour du Faso

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland, Frankreich
Jahr: 2014
Genre: Dokumentation
Länge: 90 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 29.05.2014
Regie: Wilm Huygen
Verleih: Real Fiction

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.