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Das ewige Leben (2015)

Der vierte Film mit dem Detektiv Simon Brenner nach einer Romanvorlage von Wolf Haas.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Detektiv Simon Brenner (Josef Hader) ist obdach- und arbeitslos, hat keine Krankenversicherung, aber Migräne. Auf dem Arbeitsamt erinnert er sich, dass er ja in Graz noch sein Elternhaus besitzt. Also kehrt er in die Stadt zurück, in der noch zwei seiner ehemaligen Freunde von der Polizeischule wohnen. Einer von ihnen, Köck (Roland Düringer), besitzt jetzt einen Trödelladen. Brenner bietet ihm, weil er dringend Geld braucht, die alte Walther PPK zum Verkauf, die er einst in seinem Zimmer versteckte. Wegen dieser Pistole ruft Köck sofort den Grazer Polizeichef Aschenbrenner (Tobias Moretti) an, der auf der Polizeischule der dritte im Bunde war. Brenner aber möchte diesem Mann am liebsten nicht begegnen. In einem Migräneanfall schießt sich Brenner in den Kopf. Im Krankenhaus erwacht er mit Gedächtnisverlust und behauptet im Gespräch mit der Nervenärztin Dr. Irrsiegler (Nora von Waldstätten), jemand habe ihn umbringen wollen. Als er wieder bei Köck aufkreuzt, findet er diesen erschossen vor. In Brenners gemartertem Gehirn tauchen immer mehr Jugenderinnerungen auf und weisen ihn auf die Gefahr hin, in der er schwebt.

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Drehstart für 'Das ewige Leben'Das ewige Leben - Detektiv Brenner (Josef Hader)...eder.Das ewige Leben - Ungleiches Paar: Psychologin Dr....re.).


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Der verkrachte Ex-Polizist und Detektiv Simon Brenner schaffte es in den Filmen "Komm, süßer Tod", "Silentium" und "Der Knochenmann" bereits zu einem gewissen Kultstatus. Das lag nicht nur an den schwarzhumorigen Romanvorlagen von Wolf Haas, sondern auch an dem erfolgreichen Drehbuchteam, zu dem neben Haas der Hauptdarsteller Josef Hader und der Regisseur Wolfgang Murnberger gehörten. Diese bewährte Aufgabenverteilung funktioniert nun auch ein viertes Mal. Über Brenners Österreich ist der Himmel oft verhangen, denn er hat es nicht wirklich zum angesehenen Mitglied der Gesellschaft geschafft. Nun kehrt er arg gebeutelt in seine lange gemiedene Heimatstadt Graz zurück. Dort wird ihm drastisch vor Augen geführt, wie negativ sich jugendliche Torheit auf den Rest des Lebens auswirken kann.
In diesem Krimi fasziniert vor allem die organische, lebendige Mischung aus Milieutristesse, Humor und Figuren, mit denen man sich identifizieren kann. Sie neigen dazu, sich selbst in die Bredouille zu bringen und dann so zu tun, als sei nichts passiert. Brenner wird von in goldenes Licht getauchten Erinnerungen beansprucht, in denen sich Schuld und Unschuld, Euphorie und Tragik unentwirrbar verflochten haben. Dieser Mann hat längst gelernt, ein Fatalist zu sein. Aber er kontert die Erfahrung, dass die Welt schlecht und korrupt und sein Einfluss bescheiden ist, mit einem Schulterzucken. Der Kabarettist Josef Hader spielt den verhärmten Mann zunächst ungewöhnlich ernst, als pure Verkörperung eines Sozialfalls. Aber im Laufe des Films läuft Brenner dank des typischen Hader-Schalks zu unverwüstlicher Vitalität auf.
Der Film ist sogar besser als der Roman, denn er verteilt dessen etwas überkandidelten Sprachhumor wohldosiert auf Wort und Bild. Milieus wie das verkommene Häuschen, in das Brenner einzieht, werden urig ausgemalt, die Situationskomik hat einen sozialkritischen Einschlag. Wenn Brenner den 1967er Hit "When I Was Young" von Eric Burdon & the Animals auf den Plattenspieler legt, erhält seine innere Not einen leidenschaftlichen Ausdruck. Auch als Krimi hat die Geschichte Überzeugendes zu bieten. Aschenbrenner bekriegt sich mit einem ehrgeizigen jungen Kollegen (Christopher Schärf), der sehr realitätsnah gezeichnet, aber dabei sympathisch wie ein Bluthund wirkt. Und Brenner gerät in einem Straßentunnel in eine so authentisch gefilmte Verfolgungsjagd, dass sie auch einem Hollywood-Blockbuster Ehre machen würde. Immer wieder spürt man den Verdruss, der auf diesen Charakteren lastet, obwohl es noch viel schlimmer kommen kann. Großartig!

Fazit: Josef Hader ist wieder einmal eine Schau in der Rolle des österreichischen Detektivs Simon Brenner. Dieser kehrt nach seinem sozialen Absturz in die Heimatstadt Graz zurück, wo ihn die Vergangenheit auf mörderische Weise einholt. Die vierte Verfilmung eines Brenner-Romans von Wolf Haas verknüpft ihre Komponenten Krimi, Milieutristesse und Witz zu einem rundum gelungenen Gesamtkunstwerk.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: besonders wertvoll?Jetzt ist schon wieder was passiert...?. Man kann sich darauf verlassen, dass der mehr als seltsame Erzähler seine Geschichte vom Brenner mit diesem Satz beginnt, und man kann sich zum Glück auch darauf verlassen, dass Wolfgang Murnberger, Josef [...mehr]

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Land: Deutschland
Jahr: 2015
Genre: Komödie
Kinostart: 19.03.2015
Regie: Wolfgang Murnberger
Darsteller: Josef Hader als Brenner, Tobias Moretti als Aschenbrenner, Nora von Waldstätten als Dr. Irrsiegler
Verleih: Majestic Filmverleih GmbH

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