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Kritik: Lola auf der Erbse (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Lola auf der Erbse" beruht auf dem gleichnamigen, erfolgreichen Kinderroman von Annette Mierswa. Regie führte hier der Drehbuchautor und Filmemacher Thomas Heinemann, der mit "Lola auf der Erbse" ein gutes Händchen und viel Gespür für das zielgruppengerechte Inszenieren origineller, märchenhafter Stoffe beweist. Ihm gelingt ein bunter, wohlig stimmender Kinderfilm, der mit einer charismatischen Hauptdarstellerin und einer ganzen Reihe an klugen Einfällen besticht. Zwar entbehrt er - vor allem in erzählerischer Hinsicht - auch nicht unbedingt einer gewissen Naivität, Regisseur Heinemann und seinem Team ist es aber hoch anzurechnen, dass hier auch ernste Themen wie Trennung, Einwanderung und Armut angesprochen und kindgerecht umgesetzt werden.

Ein großes Lob gebührt der charismatischen, ungemein sicher aufspielenden Hauptdarstellerin Tabea Hanstein, die hier in ihrer ersten Filmrolle als lebhafte, sympathische Lola zu sehen ist. Lola wächst dem Zuschauer mit ihrer ganz eigenen, individuellen Art schnell ans Herz. Sie ist ein hochsensibles, emotionales Wesen, das mit der Trennung der Eltern einfach nicht zurechtkommt, auf der anderen Seite aber auch voller witziger Ideen und Flausen steckt. Dies macht sich am ehesten immer dann bemerkbar, wenn sie versucht, den neuen Freund der Mama mit immer neuen Tricks loszuwerden. Großartig ist die Idee der Macher, Lola alle paar Minuten in einer Art Videotagebuch wichtige Erlebnisse und Vorfälle in ihrem Leben sowie ihre Gedanken zu erklären und dem Zuschauer damit näher zu bringen. Dabei schaut sie direkt in die Kamera und richtet sich an jeden einzelnen Zuschauer, der plötzlich in die Handlung mit einbezogen wird und sich dadurch noch stärker mit Lola verbunden fühlt.

Diese direct-to-camera-Erläuterungen nutzt Lola auch, um den (vor allem jüngeren) Kinobesuchern durchaus komplexe und schwierige Themen wie Scheidung, Illegalität und Armut zu erläutern. Da die Erklärungen sowie Kommentare von Lola einfach und auf den Punkt formuliert, dazu stets mit einem Schuss Ironie und Augenzwinkern angereichert sind, sollten auch die Kleinsten ein gutes, erstes Verständnis für diese Inhalte entwickeln. Dazu würzt Regisseur Heinemann seinen Film mit einer ganzen Reihe weiterer, gelungener filmischer Spielereien, wie z.B. des immer wieder in Lolas Tagträumen als singender Vagabund auftretenden Vaters, bei dem man bis zum Schluss hofft, er möge doch bitte wieder in das Hausboot und zur Familie zurückkehren. Negativ kann man dem Film höchstens die Tatsache ankreiden, dass er mit den angesprochenen Problemfeldern und Schwierigkeiten am Ende zu naiv und arglos umgeht, wenn sich beim Finale plötzlich alles in Wohlgefallen auflöst und alle Protagonisten bei Lolas Geburtstag glücklich und zufrieden zusammen feiern.

Fazit: Fantasievoller, liebenswerter Kinderfilm über ein aufgewecktes kleines Mädchen, das den jüngeren Zuschauern auch schwierige und komplexe Themen auf spielerische Art näherbringt.





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