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Die Große Versuchung - Lügen, bis der Arzt kommt
Die Große Versuchung - Lügen, bis der Arzt kommt
© Central Film © Wild Bunch

Die Große Versuchung - Lügen, bis der Arzt kommt (2013)

The Grand Seduction

Kanadische Komödie: Die kleine Hafenstadt TickleCove braucht dringend einen Arzt. Anwohner Murray French leitet die Suche, und als er auf Doktor Paul Lewis stößt, setzt er gemeinsam mit sämtlichen Einwohnern der Stadt auf außergewöhnliche Taktiken, um den Arzt davon zu überzeugen, nach Tickle Cove zu ziehen...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

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Das kleine Hafenörtchen Tickle Cove an der kanadischen Atlantikküste braucht, um auch künftig existieren zu können, vor allem eines: Arbeitsstellen für seine Bewohner. Daher kommt der erfahrene Ortsvorsteher Murray French (Brendan Gleeson) auf die Idee, eine Fabrik in dem verschlafenen Dorf zu errichten, wodurch etliche neue Arbeitsplätze entstehen würden. Eine gute Idee, deren Umsetzung jedoch alles andere als einfach ist. So wird das Vorhaben vom Stadtamt an einige Auflagen geknüpft, die nur schwer umzusetzen sind. Eine davon: der Ort benötigt zunächst dringend einen Arzt, der sich dort niederlässt, um die späteren Fabrikarbeiter mit der notwendigen medizinischen Versorgung auszustatten. Die Wahl fällt auf den gutgläubigen Softie-Arzt Dr. Lewis (Taylor Kitsch), der mit allerlei Tricks und Flunkereien in den Ort gelockt werden soll. Der Einfallsreichtum der Bewohner kennt von nun an keine Grenzen mehr.

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"Die große Versuchung" beruht auf dem frankokanadischen Werk "Die Große Verführung" von 2004. Regie führte damals Jean-François Pouliot, der mit dem Film u.a. den Publikumspreis beim renommierten Sundance-Festival gewinnen konnte. Die US-Version wurde von Don McKellar ("Die Stadt der Blinden ") inszeniert, der sich eines namhaften Casts bedienen konnte. Allen voran Frauenschwarm Taylor Kitsch soll die Zuschauer in die Kinos locken, der zuletzt mit "John Carter" und "Battleship" jedoch zwei katastrophale Kassen-Flops erleben musste. Die Rehabilitierung könnte ihm mit "Die große Versuchung" gelingen - die beschwingte, gut besetzte Komödie besticht mit grandiosen Ideen und locker-leichtem Witz, der für köstliche Kino-Unterhaltung sorgt.

Das Herzstück der charmanten Komödie, die dem Original in Sachen Humor und kauziger Figuren in nichts nachsteht, sind die einfallsreichen, für den Kino-Zuschauer ungemein spaßigen Aktionen, mit denen der Mediziner in den Ort gelockt werden soll. Den ein oder anderen Einfall kennt man ein wenig abgewandelt zwar schon aus dem frankokanadischen Original von vor zehn Jahren, dennoch sorgt eine beträchtliche Anzahl neuer "Lügereien" der Dorfbewohner für einen hohen Spaß- und Unterhaltungsfaktor: seien es die baufälligen, renovierungsbedürftigen Häuser, die kurzerhand als Weltkulturerbe deklariert werden, das im Dorf ganz plötzliche grassierende Cricket-Fieber, obwohl die meisten der Bewohner eher dem Eishockey zugetan sind oder die Tatsache, dass es im örtlichen Restaurant ausgerechnet und ganz zufällig das Lieblingsgericht von Dr. Lewis gibt.

Auch die Darsteller spielen glaubwürdig, deren Figuren kommen sind zu keinem Zeitpunkt überzeichnet oder überkandidelt daher. Besonders gelungen ist die Darstellungen von Brendon Gleeson als gewiefter Rädelsführer, der vor verrückten Ideen nur so sprudelt, und jene vom überraschend zurückhaltend agierenden Taylor Kitsch, dem hier problemlos die Wandlung vom gesichtslosen Action-Helden zum naiven Weichei gelingt. Zwar ist es auf Dauer wenig glaubwürdig, dass Dr. Lewis die ganzen Zufälle und merkwürdigen Vorkommnisse erst viel zu spät hinterfragt - dies stellt jedoch die einzige erwähnenswerte Schwäche der Wohlfühl-Komödie dar. Diesen negativen Aspekt gleichen allein schon die hübschen Landschafts-Bilder der kanadischen Atlantikküste aus.

Fazit: Beschwingte, locker-leichte Wohlfühl-Komödie mit witzigen Einfällen und einem gut harmonierendem Cast.




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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Kanada
Jahr: 2013
Genre: Komödie
Länge: 113 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 10.07.2014
Regie: Don McKellar
Darsteller: Brendan Gleeson als Murray French, Taylor Kitsch als Dr. Lewis, Liane Balaban als Kathleen
Verleih: Central Film, Wild Bunch

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Die fünf "wahren" Gründe, in einem verschlafenen Küstenstädtchen zu bleiben:
1. Die Weltsportart Cricket sorgt auch hier für Begeisterungsstürme
Nicht einmal die felsige Landschaft [...mehr] hält die Dorfbewohner davon ab, ihrem Herzenssport nachzugehen: Cricket! Dr. Paul Lewis staunt nicht schlecht, als er das Spielfeld seines Lieblingssports an einem steinigen Hang aufgemalt findet. Der Brauch, dass sich die Teams am "Spielende" jubelnd in die Arme fallen, irritiert den Arzt aber doch.

2. Das Geld liegt auf der Straße
Wer kennt das Phänomen in Tickle Head nicht: Man geht aus der Kneipe und plötzlich liegen dort 5 Dollar! Dr. Lewis freut sich auch beim fünften Mal riesig, ohne Verdacht zu schöpfen, denn: In dem Städtchen scheint alles so zu sein, wie der Doktor es sich wünscht.

3. Für die Dorfschönheit muss man sich richtig ins Zeug legen
Große Augen, scheue Blicke – die hübsche Kathleen weckt Dr. Lewis‘ Jagdinstinkt. Die schüchterne Schöne fällt dem Arzt sofort ins Auge, so dass er alle seine Verführungskünste aufbietet, um Kathleen zu beeindrucken. Frauenherzen schmelzen bekanntlich dahin, wenn Fremde betrunken vor der Tür stehen.

4. Der große Fang beim Angelausflug ist frisch wie aus der Tiefkühltruhe
So entspannend ein Angelausflug sein mag, der üble Fisch-Geruch ist doch gewöhnungsbedürftig. Praktisch, dass der Dorsch, den Dr. Lewis aus dem Meer zieht, tiefgefroren wie er ist, keine strengen Düfte ausströmt. Man könnte meinen, das unverhoffte Anglerglück habe etwas mit Taucher Simon zu tun, der kurz darauf aus dem Wasser klettert.

5. Im Job richtig gebraucht werden
Bis ans Ende der Straße warten die Menschen, um einen Termin bei Dr. Lewis zu ergattern. Der neue Arzt hat alle Hände voll zu tun, und was gibt es Schöneres als das Gefühl, von den Patienten gebraucht zu werden. Schließlich gibt es für einen Mediziner nichts Befriedigenderes als wuchernden Fußpilz und selbst geflickte Wunden zu versorgen.

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