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La ultima Pelicula
La ultima Pelicula
© Filmgalerie 451

Kritik: La ultima Pelicula (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das Regieduo von "La última película", bestehend aus dem philippinischen Filmemacher Raya Martin ("How to Disappear Completely", 2013) und dem vor allem als Kritiker bekannten Mark Peranson, hat sich mit diesem unkonventionellen Film wohl einem der berüchtigsten und umstrittensten Werke der Filmgeschichte angenommen. Denn die Geschichte um den ehrgeizigen Filmemacher, den es nach Süden zieht, versteht sich als eine Hommage an Dennis Hoppers legendäres Drama "The Last Movie" (1971). Viele Einstellungen, Ideen und Dialogzeilen scheinen direkt aus Hoppers Meta-Western sowie dem die Dreharbeiten von "The Last Movie" begleitenden Dokumentarfilm "The American Dreamer" (1971) entnommen zu sein und setzen diese in den Kontext eines zeitgenössischen Kinos.
Mumblecore nennt sich dieses gegenwärtige Kino, das bereits seit einigen Jahren für neue Impulse beim Independentfilm sorgt. Mit seinem niedrigen Budget, dem Anknüpfen an Traditionen des Kino der 1970er Jahre und den vielen, manchmal akustisch schwer verständlichen Dialogen erweist sich "La última película" auf den ersten Blick als ein typischer Vertreter dieses Genres. Der Hauptdarsteller Alex Ross Perry ist selbst ein bekannter Vertreter des Mumblecore-Phänomens und hat als Regisseur und Drehbuchautor von "The Color Wheel" (2011) und "Listen Up Philip" (2014) bereits für Aufsehen gesorgt. Im Vergleich zu Perrys Filmen, die den Rahmen von Beziehungsfilmen nicht verlassen, brechen Martin und Peranson ihren Film allerdings auf schillernde Weise auf: Nicht nur dass sich in "La última película" Fiktion und Dokumentation sowie Authentizität und Ironie ständig durchkreuzen und einander in Frage stellen, auch das Bildmaterial gibt sich unberechenbar und vielfältig. Die Filmemacher haben ihren komödiantischen Western nämlich mit neun unterschiedlichen Kameras gedreht, sowohl mit aktueller digitaler Technik als auch mit altmodischen Super-8-Kameras.
Das Ergebnis ist eine alles andere als beliebig anmutende Mischung von Formaten, in der eine skeptische Sehnsucht nach Vergangenem ebenso wie eine zögerliche Aufbruchstimmung zum Ausdruck kommen. Trotz dieser Zerrissenheit, der bisweilen experimentellen und sprunghaften Montage sowie einer intellektuell fordernden Dramaturgie bleibt "La última película" zugleich doch immer überraschend unterhaltsam, emotional berührend und von einer betörenden Sinnlichkeit.

Fazit: Diese schillernde Hommage an Dennis Hoppers "The Last Movie" erweist sich als ein gelungenes Mumblecore-Experiment, dessen Blick zugleich nach vorn und in die Vergangenheit gerichtet ist. Ein intellektuell fordernder und ebenso sinnlicher Film.




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