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Nebenwege
Nebenwege
© farbfilm verleih

Kritik: Nebenwege - Pilgern auf Bayrisch (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit seinem sympathischen Roadmovie "Nebenwege" legt der ebenfalls aus Niederbayern stammende Regisseur Michael Ammann sein spätes Langfilmdebüt vor. Der Absolvent der renommierten Hochschule für Film und Fernsehen in München war in den vergangenen Jahren hauptsächlich für die Entwicklung von TV-Serien und -Stoffen zuständig, vor allem für die Soap-Operas "Unter uns" und "Verbotene Liebe". Dass Ammann aus diesem Metier stammt und dieses bestens versteht, merkt man auch "Nebenwege" an. Vergnüglich-harmlose Heimatfilm-Unterhaltung liefert der Film daher in jedem Fall.

Seine Mischung aus Drama und Komödie bietet leichten Witz, viel Lokalkolorit, einfach gezeichnete Charaktere sowie einen überschaubaren, überraschungsarmen Plot - also genau das, was eine handwerklich gelungen umgesetzte TV-Soap auszeichnen sollte. Insofern stellt sich die Frage, wieso "Nebenwege" überhaupt auf der großen Leinwand läuft, hätte er doch viel besser ins lokal eingefärbte Prime-Time-Programm z.B. des BR gepasst, zumal dieser den Film auch mitproduzierte.

Wie es auch für TV-Seifenopern typisch ist, sind auch bei "Nebenwege" die im Zentrum stehenden Protagonisten viel wichtiger als die erzählte Handlung, was zu Folge hat, dass die Hauptpersonen zum Teil banalen Erzählmustern folgen. Die Story ist zudem nicht neu, weshalb "Nebenwege" aus dramaturgischer Sicht kaum zu überraschen weiß. Natürlich dürfen auch die Parallelhandlungen nicht fehlen - ebenfalls ein deutliches Erkennungsmerkmal von Seifenopern, was wiederrum unschwer die Herkunft von Ammann deutlich macht. Hier stehen zwei Handlungsstränge im Mittelpunkt, die von Ammann immer wieder vergnügt und unterhaltsam zusammengeführt werden: die in einem roten Sprinter vollzogene Suche nach der entflohenen Oma durch das bayerische Hinterland sowie das sich Annähern von Vater und Tochter.

Letztlich ist dies für die große Leinwand aber schlicht zu wenig und unspektakulär, im (öffentlich-rechtlichen) TV hätten der Film aber in jedem Fall sein Publikum, da er locker-leichte und stark regional eingefärbte Unterhaltung bietet und zudem über ein spielfreudiges Hauptdarsteller-Trio verfügt. Die unaufgeregt im Hintergrund dahinplätschernde Musik und die idyllischen Aufnahmen der bayerischen Provinz verleihen dem Film zudem ein Gefühl von Wärme und Gemütlichkeit.

Fazit: Stark regional angehauchtes, unterhaltsames Road-Movie mit gut aufgelegten Darstellern, das im TV aber wesentlich besser aufgehoben wäre.





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