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Bach in Brazil
Bach in Brazil
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Kritik: Bach in Brazil (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Dass einander fremde Welten aufeinandertreffen und erst durch die Kraft der Musik zueinanderfinden, ist im Kino keine Seltenheit. Egal, ob als beschwingte Komödie à la "Sister Act" (1992) oder hochdramatisch wie in Kay Pollaks "Wie im Himmel" (2004), die Formel ist stets die gleiche und lässt sich dennoch immer wieder auf Neue variieren. Für sein Langfilmdebüt vertraut der Regisseur Ansgar Ahlers nun ebenfalls ganz auf das bewährte Prinzip von kollidierenden kulturellen Gegensätzen sowie die universelle Sprache der Musik – leider ohne dabei starke eigene Akzente zu setzen.

Die wenig überraschende Geschichte von "Bach in Brazil" wirkt von der ersten Szene an wie abgespult und dringt niemals in die Tiefe vor. Stattdessen begnügen sich sowohl Drehbuch als auch Regie damit, Ereignisse und Pointen aneinanderzureihen und lediglich das Offensichtliche zu bebildern. Zwischentöne und Nuancen sucht man in diesem plakativen Spielfilm vergeblich und auch die Darsteller enttäuschen auf ganzer Linie. Edgar Selges Spiel bleibt erschreckend flach, während Ahlers das Potenzial seiner brasilianischen Laiendarsteller nicht zu nutzen weiß: Statt deren Natürlichkeit und Unbefangenheit einzufangen, animiert er die Jugendlichen zu gestelzten Dialogen und aufgesetzt wirkenden Handlungen.

Durch seine vollkommen uninspirierte Inszenierung sowie die einfältige Erzählweise, die ihr Publikum nicht ernst zu nehmen scheint, erinnert "Bach in Brazil" an schlechte, da ihre jungen Zuschauer unterschätzende Kinderfilme ebenso wie an triviale TV-Kost. Der touristische, an Klischees haftende Blick auf Brasilien und seine Kultur mutet da so manches Mal an wie eine "Traumschiff"-Episode und als ebenso banal erweisen sich die menschlichen Konflikte in dieser Dramödie.

Fazit: Ansgar Ahlers Kinodebüt enttäuscht auf ganzer Linie und scheint sein Publikum nicht wirklich ernst zu nehmen. Die bekannte Story wird auf vollkommen uninspirierte sowie allzu plakative Weise aufbereitet und bietet bloß triviale Unterhaltung voller Klischees.





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